ING verdient trotz Umbaukosten mehr - Starkes Kundenwachstum

(Ausführliche Fassung) - Der rege Zustrom neuer Kunden hat der niederländischen Grossbank ING 2016 einen Gewinnzuwachs beschert. Der Überschuss stieg um 16 Prozent auf mehr als 4,6 Milliarden Euro, wie die in Deutschland mit der Direktbank ING-Diba und der Baufinanzierungsplattform Interhyp vertretene Grossbank am Donnerstag in Amsterdam mitteilte. Dabei profitierte das Institut auch von einer gesunkenen Risikovorsorge für faule Kredite. Der wegen der Branchenkrise eingeleitete Konzernumbau zahlte sich aus, und selbst die Kosten für den Abbau von weiteren 5800 Stellen und Rechtsstreitigkeiten konnte ING wettmachen.
02.02.2017 11:16

Am Finanzmarkt kamen die Nachrichten gut an. Die ING-Aktie gewann an der Börse in Amsterdam am Morgen 0,44 Prozent auf 13,550 Euro und war damit drittstärkster Wert im niederländischen Leitindex AEX.

Die Papiere des Instituts gehören seit Monaten zu den Spitzenreitern in der Branche, die mit verschärften Kapitalanforderungen und teuren Rechtsstreitigkeiten infolge fragwürdiger Finanzgeschäfte zu kämpfen hat. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie 35 Prozent an Wert gewonnen. Derzeit ist die ING an der Börse mit rund 52 Milliarden Euro gut doppelt so viel wert wie die Deutsche Bank, die an diesem Donnerstag für 2016 erneut einen Milliardenverlust vermelden musste.

Im abgelaufenen Jahr konnte die ING ihre Erträge dank eines Schubs zum Jahresende insgesamt um 5,5 Prozent auf fast 17,5 Milliarden Euro steigern. Die Kreditvorsorge ging um 28 Prozent auf 974 Millionen Euro zurück. Unterdessen gewann die Bank 1,4 Millionen neue Kunden - und baute ihre Kundenbasis damit auf 35,8 Millionen aus. Deren Einlagen bei der ING wuchsen um 5,6 Prozent./stw/zb/ees/stb

(AWP)