Inlandbanken müssen laut Studie strukturelle Schwächen beheben

Die Lage der Schweizer Inlandbanken ist zufriedenstellend. So lautet das Fazit des am Mittwoch veröffentlichten "Schweizer Banking Report 2017" der Strategieberatung Oliver Wyman. Damit die Situation stabil bleibt, müssten die Banken allerdings strukturelle Schwächen sowohl auf der Ertrags- als auch der Kostenseite beheben, heisst es darin.
12.07.2017 15:50

Ein expandierendes Kredit- und Einlagevolumen habe in den letzten Jahren das Wachstum der im Schweizer Inlandgeschäft tätigen Banken gefördert. Trotz sinkender Margen hätten sie so den Gesamtertrag durch die Erhöhung der Bilanzsummen und der damit verbundenen Risiken stabil halten können, heisst es.

Die derzeitige Abhängigkeit vom Zinsgeschäft ist den Studienautoren zufolge allerdings ein Klumpenrisiko für die Banken. Der Ertragsanteil liegt aktuell bei 55%, bei kleineren Instituten macht er sogar bis zu 80% der Gesamterträge aus. Bis 2022 rechnet man bei Oliver Wyman jedoch nur noch mit einem Minimalwachstum der Zinserträge von 1% pro Jahr. Als alternative Ertragsquellen werden Provisionen und Handelserträge, Erträge aus dem Wealth und Asset Management, dem Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen, sowie der Verkauf von Versicherungsprodukten angeführt.

VERSCHLANKUNG DES SERVICEANGEBOTS EMPFOHLEN

Die Studienautoren empfehlen auch Massnahmen zur Kostenreduktion: zum einen eine Verschlankung des Serviceangebots über Filialen. Bisher würden sich Schweizer Banken ein sehr dichtes Filialnetz leisten, heisst es. Doch bereits die jährlichen Kosten für kleine Filialen mit Bargeldverkehr summierten sich schnell zu Beträgen im mittleren sechsstelligen Bereich. Die Zukunft liege in bargeldlosen Filialen an guter Passantenlage, wo Kunden primär beraten werden.

Eine weitere Massnahme sind Kooperationen. Dies umfasst beispielsweise die Nutzung von Shared Services, wie gemeinsame Netzwerke von Geldautomaten, Hypothekarprozessen, Abwicklungsplattformen oder das Teilen von sonstigen Kostenblöcken, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Selbst gemeinsam betriebene Filialen seien denkbar.

cp/ys

(AWP)