Innogy verhandelt mit SSE über Fusion des britischen Vertriebsgeschäfts

(Ausführliche Fassung) - Der Energiekonzern SSE und die deutsche Innogy verhandeln derzeit über die Zusammenlegung ihres britischen Privatkunden- und Vertriebsgeschäfts. Das teilten die Unternehmen am Dienstag mit. Anvisiert werde dabei ein neues, unabhängiges und börsennotiertes Unternehmen. Die Gespräche seien in einem fortgeschrittenen Stadium, es gebe aber noch keine finale Entscheidung. Auch gebe es noch keine Vereinbarung über die Ausgestaltung einer Zusammenarbeit.
07.11.2017 15:55

Die Investoren reagierten positiv: Die Aktie von Innogy stieg am Nachmittag um 1,69 Prozent. Die Papiere der britischen SSE legten um 1,67 Prozent zu.

Innogy klagt seit längerem über schwache Geschäfte in Grossbritannien. Das britische Geschäft ist gekennzeichnet von einem harten Wettbewerb und dem Kampf um Kunden. Zusätzlich lastet eine mögliche Einführung einer Preisobergrenze auf den Energieunternehmen. Innogy ging bei der Vorlage der Halbjahreszahlen im August nicht davon aus, im britischen Vertrieb im laufenden Geschäftsjahr ein positives bereinigtes operatives Ergebnis zu erzielen. Weitere Einsparungsmöglichkeiten wollte der Konzern daher prüfen.

Bereits vor etwa einem Jahr hatte Innogy seiner britischen Tochter Npower ein umfassendes Umbauprogramm verordnet inklusive den Abbau von 2400 Arbeitsplätzen. Zuletzt hatte Innogy-Chef Peter Terium einen Verkauf nicht ausgeschlossen, konkrete Pläne für einen Rückzug aus Grossbritannien jedoch verneint./nas/kro/he

(AWP)