Intershop erwirtschaftet höheren Mietertrag - Unter dem Strich weniger Gewinn

(Meldung ausgebaut) - Die Immobiliengesellschaft Intershop hat im ersten Halbjahr 2017 den Leerstand reduziert und vor allem dank eines Zukaufs den Mietertrag klar gesteigert. Unter dem Strich verdiente die an der SIX kotierte Gesellschaft allerdings weniger, nachdem ein Beteiligungsverkauf im Vorjahr Schub gegeben hatte.
30.08.2017 10:10

Der Nettoliegenschaftsertrag stieg gemäss Firmenangaben vom Mittwoch um 5,3% auf 39,6 Mio CHF. Positiv wirkte sich die dem Ende letzten Jahres übernommene Liegenschaft World Trade Center in Lausanne aus. Den Mietertrag hatte die Geschäftsleitung auf jährlich rund 7 Mio beziffert.

Im ersten Semester 2017 hat Intershop keine Liegenschaften erworben. Es seien zwar mehrere Dutzend Angebote geprüft worden. Zu einem Abschluss kam es aber nicht, da die jeweilige preisliche Einschätzung seitens Intershop "bei weitem" nicht den Kaufpreisvorstellungen der potenziellen Verkäufer entsprochen habe.

LEERSTAND REDUZIERT

Man habe daher den Fokus neben der Entwicklung des eigenen Portfolios verstärkt auf die Neu- und Wiedervermietung gelegt, heisst es. Mit Erfolg: Der Leerstand sank auf 10,2% am Bilanzstichtag von 11,3% per Ende 2016. Dank gezielter Kundenorientierung, Flexibilität und schneller Entscheidungswege wurden verschiedene grössere Verträge vorzeitig verlängert und auch neue Mieter gewonnen, wie es heisst.

Der Rückgang der Leerstandsquote sei überdies darauf zurückzuführen, dass zwei grössere, noch im Ausbau befindliche Flächen nicht mehr als leer stehend ausgewiesen werden, da bereits Mietverträge abgeschlossen wurden.

BETRIEBSERGEBNIS GESTEIGERT - KLEINER VERKAUFSGEWINN

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBIT verbesserte sich in Folge um 6,7% auf 36,4 Mio. Positiv wirkte sich dabei auch der Verkauf einer kleineren Gewerbeliegenschaft in Winterthur sowie zweier Tiefgaragenparkplätze aus, die einen Erfolg von 1,1 Mio CHF einbrachten. Die Nachfrage nach Liegenschaften ist laut Intershop weiterhin hoch und fast ausschliesslich auf Schweizer Anleger zurückzuführen. Per Ende Oktober werde der Mieter das Objekt in Moosseedorf erwerben, lässt Intershop wissen.

Unter dem Strich schaut mit 29,4 Mio jedoch ein um 6,4% tieferer Gewinn als im entsprechenden Vorjahressemester heraus. Damals hatte Intershop allerdings stark vom Verkauf der Beteiligung an dem deutschen Immobilieninvestor Corestate Capital profitiert.

Die Nettorendite der 48 Liegenschaften kam bei 5,5% zu liegen, was nach Abzug der Zinskosten für die Finanzverbindlichkeiten von 2,15% eine im derzeitigen Umfeld hohe Zinsmarge von 3,35% ergibt.

STABILE DIVIDENDENPOLITIK

Für das Gesamtjahr rechnet die Unternehmensleitung mit einem "erfreulichen" operativen Jahresabschluss, der die Beibehaltung der bisherigen Dividendenpolitik ermöglichen sollte, wie es heisst. Die Vermietung gewerblicher Flächen bleibe auf mittlere Frist anspruchsvoll. Nachdem der Referenzzinssatz im Juni auf rekordtiefe 1,50% sank, geht Intershop von tendenziell tieferen Erträgen aus Wohnliegenschaften aus.

Es wird zudem ein "leichter" Anstieg der Leerstandsquote im zweiten Semester in Aussicht gestellt. Gegen Ende des Jahres werde sie in der Grössenordnung des Vorjahres zu liegen kommen, heisst es.

An der Börse werfen die News keine Wellen. Mit dem Ergebnis habe Intershop keine grossen Überraschungen präsentiert, merkt ZKB-Analyst Ken Kagerer an. Die wenig liquide Aktie legt am Mittwochmorgen um 0,5% zu und liegt damit im Trend des Gesamtmarktes.

cp/ra

(AWP)