Interview Energiedienst-CEO: Unsere Gestehungskosten liegen unter Marktpreisen

Die Kraftwerke von Energiedienst sind rentabel - in Zeiten, in denen andere Schweizer Stromversorger bereits Milliardenabschreiber hinter sich haben. "Unsere Wasserkraftwerke sind rentabel, und wir mussten sie bislang nicht wertberichtigen", sagte Martin Steiger, CEO des kleinen Energieunternehmens an der Grenze zu Deutschland, im Interview mit AWP. Die Gestehungskosten der Anlagen würden im Schnitt unter den Marktpreisen liegen.
12.06.2017 11:45

Unter anderem seien die Kosten für den Ausbau der Kraftwerke am Hochrhein Anfang der 1990er Jahre - Laufenburg und Wyhlen - mehr oder weniger abgeschrieben. Das neueste Kraftwerk in Rheinfelden müsse ebenfalls nicht wertberichtigt werden, weil die deutsche Quote - der Strom aus Grenzkraftwerken wird hälftig geteilt - im Förderkatalog des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) ist. Und die Schweizer Quote habe sich Axpo in einer Ausschreibung des Kantons Aargau gesichert. Der Konzern sei daher verpflichtet, die Schweizer Energie zu Gestehungskosten abzunehmen.

Dennoch ist auch bei Energiedienst - angesichts der tiefen Marktpreise für Strom - im vergangenen Jahr der Gewinn weiter eingebrochen. Das Unternehmen muss sich überlegen, wie es anderweitig neue Erträge generieren kann. "Auch wenn verschiedene Experten davon ausgehen, dass die Energiepreise ab 2025 wieder steigen, setzen wir nicht nur auf diese Hoffnung", so Steiger. Das traditionelle Geschäft müsse effizienter werden. "Und daneben gilt es, neue Geschäftsfelder aufzubauen."

Einen Stellenabbau erwartet der Unternehmenschef jedoch nicht. Mittelfristig müsse zwar in der klassischen Stromproduktion mit weniger Mitarbeitern die gleiche Leistung erbracht werden. Weil neue Geschäftsfelder aufgebaut werden, dürfte die Anzahl der Mitarbeiter aber unterm Strich in etwa gleich bleiben.

(Das Interview im Wortlaut ist auf dem Premium-Dienst von AWP zu lesen)

ys/rw

(AWP)