Intesa Sanpaolo bleibt auf Kurs nach Krisenbanken-Übernahme

Die italienische Grossbank Intesa Sanpaolo hat die im Sommer getätigte Übernahme zweier Krisenbanken gut verdaut. Während die Erträge, also die gesamten Einnahmen der Bank, im dritten Quartal weitgehend stabil blieben, stieg der Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar an - und das trotz millionenschwerer Belastungen aus der Übernahme. Die Aktie gewann gegen Mittag knapp 1 Prozent.
07.11.2017 14:24

Intesa Sanpaolo kam nach Angaben vom Dienstag zugute, dass die Zahl der faulen Kredite weiter abgenommen hat. Wegen der schwächelnden italienischen Wirtschaft hatten viele Kreditnehmer in der jüngeren Vergangenheit ihre Raten nicht zahlen können - das hatte zu einer Krise bei vielen Banken des Landes geführt. Branchenriese Intesa übernahm schliesslich die vom Kollaps bedrohten deutlich kleineren Rivalen Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca.

Die Kreditqualität habe sich verbessert, erklärte Intesa nun in Turin. Dadurch stieg der Gewinn um 4 Prozent auf unterm Strich 650 Millionen Euro. Ohne Belastungen aus den zwei Übernahmen hätte das Plus bei 16 Prozent auf 731 Millionen Euro gelegen. Die Erträge blieben stabil bei 4,2 Milliarden Euro, wobei die Neuerwerbungen knapp 100 Millionen Euro beisteuerten.

Nach neun Monaten steht damit ein Gewinn von 5,9 Milliarden Euro in den Büchern - das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Hintergrund ist eine Hilfe von 3,5 Milliarden Euro, die der Staat wegen der nicht ganz risikofreien Rettung der kleineren Rivalen gewährt hatte. Die Kernkapitalquote - eine Messgrösse für die Krisenfestigkeit einer Bank - betrug ordentliche 13,4 Prozent. Intesa Sanpaolo fühlt sich vor diesem Hintergrund stark genug, wie versprochen 3,4 Milliarden Euro an Dividenden an die Aktionäre auszuschütten./das/stk

(AWP)