Credit Suisse Schweiz - Börsengang-Pläne mit Fragezeichen

Wenn die Credit Suisse an diesem kommenden Dienstag ihre jüngsten Zahlen vorlegen wird, dürfte auch der Börsengang der Credit Suisse Schweiz ein wichtiger Nebenschauplatz sein.
12.02.2017 18:01
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Hauptsitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: cash

Zumindest im Vorfeld sorgt das Thema für erhöhte Aufmerksamkeit, wie ein Blick auf die jüngsten Schlagzeilen zeigt - so auch in der Wochenendpresse.

Bei der Credit Suisse selbst verweist man schlicht auf die früheren Aussagen anlässlich des Investorentages gegen Ende vergangenen Jahres. "Im Hinblick auf die Vorbereitung des geplanten partiellen IPO der Credit Suisse (Schweiz) AG in der zweiten Jahreshälfte 2017 sind wir, entsprechende Marktbedingungen vorausgesetzt, auf gutem Kurs", lautet das Statement der Bank, das AWP auf Nachfrage zugesandt wurde.

Dennoch dürfte sich das Management mit Fragen zu dem Thema konfrontiert sehen. So berichtet etwa die "NZZ am Sonntag", die Schweiz-Tochter der Grossbank werde aller Voraussicht nach gezwungen sein, mehr Eigenkapital als geplant halten zu müssen. Das liege daran, dass die Schweiz-Tochter der CS Holding künftig ihre Aktiven voraussichtlich nach dem strengeren Standardmodell bewerten müsse, das auch für systemrelevante Inlandsbanken wie die Zürcher Kantonalbank oder Raiffeisen gelte.

Es sei die Finanzmarktaufsicht Finma, die eine unterschiedliche Behandlung von Holding und Schweiz-Tochter verlange, schreibt das Blatt und beruft sich dabei auf ähnlich lautende Aussagen von CS-Länderchef Thomas Gottstein. Er habe dies laut Teilnehmern an der Investorenveranstaltung durchblicken lassen.

Für die Schweiz-Tochter der Grossbank wäre es schmerzhaft, mehr Eigenkapital halten zu müssen als anfangs geplant. "Immerhin ist eines der Ziele des noch in diesem Jahr geplanten Börsengangs, der Holding frisches Kapital zu beschaffen," heisst es in dem Bericht weiter.

Dieses Argument habe aber zuletzt etwas an Zugkraft verloren, heisst es sowohl bei der "NZZaS" als auch in den Berichten der "SonntagsZeitung" (SoZ) sowie der aktuellen Ausgabe der "Finanz und Wirtschaft" (FuW). Die Blätter führen dabei Stimmen an, die den Börsengang für unnötig halten, weil die Bank genügend Kapital habe. SoZ und NZZaS verweisen in diesem Punkt konkret auf Aussagen von David Herro, den Chefinvestor des Fondsmanagers Harris Associates.

Diese Aussage fusst unter anderem auf der Tatsache, dass die CS mit dem US-Justizministerium im Zusammenhang mit Ramschhypotheken einen Vergleich getroffen habe, heisst es in der SoZ. Der Vergleich werde die CS deutlich weniger als die angekündigten 5 Mrd USD kosten, schreibt das Blatt weiter.

Nichtsdestotrotz lautet das Fazit am Ende, dass die Kapitaldecke der Credit Suisse dünn bleibe. So schätzen Analysten die Quote des harten Kernkapitals (Core Tire 1) auf 11,2% für das vierte Quartal 2016. Zum Vergleich: im dritten Quartal lag sie bei 12%. Damit liege sie zwar im Zielband von 11 bis 12%. Allerdings steht die CS laut SoZ damit nur minimal besser da als die Deutsche Bank, die als kapitalschwächste europäische Grossbank gelte.

(AWP)