Italienische Grossbank Intesa Sanpaolo verdient Milliarden

Die italienische Grossbank Intesa Sanpaolo hat trotz der wirtschaftlichen Probleme im Land im vergangenen Jahr kräftig verdient. Unterm Strich blieben 3,1 Milliarden Euro übrig, wie der Finanzkonzern am Freitag in Mailand mitteilte. Das waren 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Schwächen im Tagesgeschäft konnte das Geldhaus dabei mit dem einträglichen Verkauf von Kreditkarten-Töchtern mehr als ausgleichen. Die Aktionäre dürften sich jetzt über eine Dividendenerhöhung freuen.
03.02.2017 15:06

Anleger schauen bei Intesa momentan aber vor allem auf die Überlegungen rund um den Versicherungskonzern Generali . Intesa liebäugelt damit, den Allianz-Rivalen zu schlucken. Am Freitagmorgen stellte die Bank aber nochmals klar: Das Zusammengehen mit Generali sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr als ein "Gedankenspiel" und zwar eines von mehreren, um Wachstumsmöglichkeiten auszuloten.

Mit Intesa und Generali würden die zweitgrösste Bank und der grösste Versicherer des Landes zusammengehen. Im Auge hat das Intesa-Management dabei Synergien bei der Nutzung ihres Filialnetzes. Aber auch ohne eine derartige Übernahme geht die Chefetage der Bank im laufenden Jahr von wachsenden Erträgen und einer besseren Marge aus.

Intesa gilt als Stabilitätsanker in der italienischen Bankenlandschaft, die unter massenhaften Kreditausfällen wegen der schwachen Wirtschaftslage des Landes leidet: Unicredit arbeitet derzeit an einer riesigen Kapitalerhöhung, die Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena muss vom Staat gestützt werden.

Im Schlussquartal alleine konnte Intesa mit 776 Millionen Euro fast ein Viertel mehr verdienen als im Vorjahreszeitraum. Die Bank stemmt sich mit Kostensenkungen gegen die schwache Wirtschaftslage und hat im Branchenvergleich nur wenige faule Kredite. Bis zum Jahr 2019 will das Management die Problemkredite unter das Vorkrisenniveau drücken, wie Bankchef Carlo Messina am Freitag erklärte./das/stk

(AWP)