Italienische Krisenbank BMPS bemüht sich um zusätzliches Kapital

Mailand (awp/sda/afp) - Die angeschlagene italienische Banca Monte Paschi di Siena (BMPS) bemüht sich weiter um die Beschaffung zusätzlichen Kapitals. Wie die Bank am Sonntagabend mitteilte, wurde bei einer Aufsichtsratssitzung in Mailand beschlossen, mit der geplanten Kapitalerhöhung "fortzufahren" und wie geplant bis zum 31. Dezember Privatinvestoren zu finden.
12.12.2016 06:41

Italienischen Medienberichten zufolge hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuvor eine Bitte um einen Aufschub abgelehnt. Die BMPS, die älteste Bank der Welt, hatte am Mittwoch um mehr Zeit gebeten. Sie wollte die geplante Kapitalerhöhung nicht bis zum 31. Dezember, sondern bis zum 20. Januar abschliessen.

Die Bank verwies auf die Unsicherheit nach dem vom ehemaligen Ministerpräsidenten Matteo Renzi verlorenen Referendum zur Verfassungsreform. Wie italienische Medien am Freitag berichteten, lehnte die EZB die Bitte jedoch ab. Der Aktienkurs der BMPS an der Mailänder Börse stürzte daraufhin um mehr als zehn Prozent ab.

Schlecht im Stresstest

Die BMPS will mit der Kapitalerhöhung bis zu fünf Milliarden Euro frisches Geld in die Kasse bekommen. Eine Milliarde Euro kam bereits durch die freiwillige Umwandlung von Obligationen in Aktien zusammen. Bank-Chef Marco Morelli warb kürzlich auch in den USA, Grossbritannien und Frankreich um Investoren. Der katarische Investmentfonds Qia, der eigentlich eine Milliarde Euro investieren wollte, bekam wegen der politischen Lage in Italien aber kalte Füsse.

Ein schon im Juli vorgelegter Rettungsplan für die Bank sieht ausserdem vor, faule Kredite in Höhe von fast 28 Milliarden Euro auszulagern. Zudem sollen 2600 Arbeitsplätze gestrichen und etwa 500 der 2000 Filialen geschlossen werden. Die BMPS kämpft seit Jahren mit Problemen. Das Institut schnitt beim Stresstest der Europäischen Bankenaufsicht Ende Juli mit Abstand am schlechtesten ab.

(AWP)