IVF Hartmann erzielt 2016 mehr Gewinn und erhöht Dividende - Offensivere Werbung

(Zusammenfassung) - IVF Hartmann hat im Geschäftsjahr 2016 dank höherer Umsätze und verbesserter Marge mehr verdient. Den Aktionären schlägt der Hersteller von Wundversorgungs- und Hygieneprodukten eine um zehn Rappen erhöhte Dividende von 2,40 CHF vor. Aufgrund des anhaltenden Kostendrucks im Gesundheitswesen bleiben die Herausforderungen aber bestehen. Das Management hat entsprechende Massnahmen eingeleitet.
10.03.2017 15:05

Im ersten vollen Geschäftsjahr unter CEO Claus Martini steigerte IVF Hartmann den Umsatz um 1,8% auf 134,7 Mio CHF und den Betriebsgewinn (EBIT) um 4,1% auf 19,7 Mio, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Damit erhöhte sich die EBIT-Marge leicht auf 14,7%. Ein negatives Finanzergebnis und höhere Ertragssteuern als im Vorjahr führten zu einem Konzerngewinn von 16,4 Mio.

GEMISCHTES BILD IN DEN SEGMENTEN - KOSTENDRUCK HÄLT AN

Stark waren die Sparten Inkontinenz- und Infektionsmanagement, die mit je über 4% auf 28,7 Mio bzw. 44,9 Mio CHF wuchsen. Hingegen verharrte der Umsatz im zweitgrössten Geschäft Wundmanagement mit 42,1 Mio praktisch auf Vorjahresniveau. Bei den weiteren Konzernaktivitäten resultierte ein Umsatzrückgang von 3,4% auf 18,9 Mio, was schwächeren Umsätzen mit Hygieneartikel und Watteprodukten sowie Rückstellungen für die Restrukturierung geschuldet sei, hiess es.

Insgesamt sei der erhöhte Umsatz sei den "erfreulichen Wachstumsraten" im den wichtigen Vertriebskanälen der Institutionellen Pflege in Alters- und Pflegeheimen zu verdanken. Auch Tageskliniken und Spitex-Organisationen seien wichtige Abnehmer. Mit einem Mengenwachstum von 4% konnte das Unternehmen den Preiszerfall von 2,2% überkompensieren.

PRODUKTIONSVERLAGERUNGEN UND "STRATEGIE 2020"

VR-Präsident Rinaldo Riguzzi zeigte sich an der Medienkonferenz zufrieden mit der erzielten Marge, wies aber darauf hin, dass es als Marktführer in den "Kernkanälen" schwierig sei, zusätzliche Marktanteile zu gewinnen. Mit der "Strategie 2020" soll mittelfristig ein organisches Wachstum von 3% mit gehaltener Profitabilität gelingen. Das könne dank Innovation, intensiviertem Marketing und einer gestrafften Produktion erreicht werden.

Frisch lanciert wurden Selbstdiagnose-Produkte, um Glutenintoleranz oder Eisenmangel festzustellen. Die neue Marketing-Strategie umfasst Theken-Displays in Apotheken, mehr TV-Spots, Werbung im Radio und öffentliche Anlässe mit Schweizer Spitzensportlern als Markenbotschafter. Zudem bietet das Unternehmen Apps für Spitäler an, die z.B. die Händedesinfektion überwachen. Schliesslich gibt es einen Webshop für die diskrete Bestellung von Inkontinenzprodukten.

Operativ macht sich CEO Claus Martini ans "Aufräumen". So soll die gesamte Watteproduktion - einst der Ursprung des Unternehmens - nicht mehr in Neuhausen, sondern zentralisiert am Standort der Tochterfirma Kistler AG in Gommiswald erfolgen. Die Herstellung von elastischen Binden wird komplett vom heutigen Standort im glarnerischen Netstal an einen Standort der deutschen Muttergesellschaft Hartmann verlagert.

Zudem werde die Logistik weiter modernisiert und damit der Bestellprozess für Kunden vereinfacht. "Alters- und Pflegeheime wollen möglichst alles aus einer Hand beziehen", erklärte Martini. Alle Massnahmen seien "problemlos finanzierbar". Das Unternehmen verfügt über flüssige Mittel von über 70 Mio CHF und die Eigenkapitalquote bewege sich "stramm gegen 80%".

DOPPELMANDAT UND EINE ZUSÄTZLICHE VERWALTUNGSRÄTIN

Organisatorisch wird der bestehende CEO Claus Martini ab sofort auch die Funktion des Finanzchefs übernehmen. Die Stelle war seit dem Abgang des früheren CFO Andreas Gisler per Ende 2015 vakant. Zur Neuwahl in den Verwaltungsrat schlägt IVF Hartmann Frau Andrea Rytz, Direktorin der Zürcher Schulthess Klinik, vor.

Die Aktie legt am Berichtstag gegen 14.30 Uhr in einem praktisch unveränderten Gesamtmarkt um 0,4% zu. Im abgelaufenen Jahr hatte der Titel mit einem Plus von 19% den leicht rückläufigen Gesamtmarkt deutlich übertroffen.

pr/mk

(AWP)