Julius Bär-CEO will Cost/Income-Ratio 2017 nahe an den Zielbereich heranführen

Die Bank Julius Bär wird sich gemäss ihrem CEO Boris Collardi im laufenden Geschäftsjahr 2017 beim Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost/Income-Ratio) ihrer selbst gesetzten Zielbandbreite wieder "stark annähern". Er gehe davon aus, dass die Bank im Jahr 2018 wieder einen Wert innerhalb der Zielbandbreite von 64% bis 68% erreichen werde, sagte Collardi am Mittwoch an der Generalversammlung der Vermögensverwaltungsbank in Zürich.
12.04.2017 11:17

2016 hatte die Bank das Ziel wegen einer verstärkten Anstellung von Kundenberatern mit einem CI-Ratio von 68,9% verfehlt. Im vergangenen Jahr waren 166 Kundenberater neu zu Julius Bär gestossen, wie Collardi vor den Aktionären erinnerte. Würden jene 50 Kundenberater heraus gerechnet, die durch Übernahmen in Italien und Luxemburg zur Bank stiessen, dann spreche man immer noch von einer Zunahme um 116 Kundenberater oder rund 10% des Vorjahresbestandes. "Oder anders ausgedrückt haben wir die Kadenz bei den Neueinstellungen von normalerweise rund 40 Kundenberatern pro Jahr nahezu verdreifacht."

Der Ausreisser über die angestrebte Bandbreite beim Aufwand-Ertrags-Verhältnis sei als Preis für die Investition in "künftiges profitables Wachstum" der Gruppe zu sehen, so Collardi. "Unsere deutlich erweiterte Kundenberaterbasis hat diesbezüglich bereits 2016 einen spürbaren Beitrag geleistet, der sich über die nächsten 24 Monate noch deutlich verstärken sollte." Künftig strebe die Bank einen Zuwachs von netto rund 80 Kundenberatern jährlich an. "Dies ist ein Drittel weniger als letztes Jahr, aber immer noch doppelt so viel wie in den Jahren davor."

ERWARTUNGEN IN TECHNISCHE TRANSFORMATION

Grosse Erwartungen setzen die Julius-Bär-Verantwortlichen auch in die "technische Transformation" der Gruppe. Die erste Stufe des mehrjährigen Projekts zur Ablösung der Kernbankenplattform stehe Mitte dieses Jahres für die Buchungsplattformen in Asien an, sagte Collardi. Danach werde sich das Projekt auf den neuen Standort in Luxemburg als "europäisches Drehkreuz" konzentrieren. Die übrigen internationalen Standorte würden im Jahr 2018 umgestellt werden, zuletzt gefolgt vom Ersatz der Plattform in der Schweiz.

Die mit der neuen Plattform "JB 2.0" angestrebte Digitalisierung der wichtigsten Prozesse werde es der Bank erlauben, die Effizienz des Geschäftsmodells zu steigern und damit Produktivität und Profitabilität zu erhöhen, gab sich auch VR-Präsident Daniel Sauter überzeugt. "Wir können so Skaleneffekte heben und damit die Kosten stabilisieren oder sogar senken."

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(AWP)