Julius Bär nominiert Romeo Lacher als Verwaltungsrats-Präsidenten

(Ergänzt um weitere Informationen) - Der Vermögensverwalter Julius Bär soll einen neuen Präsidenten erhalten. Der Verwaltungsrat schlägt der kommenden Generalversammlung als neuen Präsidenten Romeo Lacher vor. Dieser ist derzeit Verwaltungsratspräsident der Börsenbetreiberin SIX Group. Als neue ordentliche Mitglieder des Verwaltungsrates werden zudem Eunice Zehnder-Lai und Olga Zoutendijk vorgeschlagen, wie Julius Bär am Montag mitteilte.
14.01.2019 09:03

Romeo Lacher tritt die Nachfolge von Daniel Sauter an. Dieser strebt gemäss Mitteilung nach zwölf Jahren als Mitglied des Verwaltungsrates, davon die letzten sieben als Präsident, keine Wiederwahl an. Er war der erste Verwaltungsrats-Präsident, der nicht aus der Gründerfamilie Bär stammte.

Sauter forcierte Wachstum

Unter der Leitung von Sauter und Boris Collardi, der bis November 2017 CEO des Instituts war, verfolgte das Institut eine forcierte Wachstumsstrategie vor allem in Asien und Lateinamerika. In dieser Zeit erwarb es das internationale Vermögensverwaltungsgeschäft von Merrill Lynch. Doch Lateinamerika bereitete der Bank jüngst Probleme. So wurde im Oktober ein früherer Mitarbeiter der Bank im Zusammenhang mit der Geldwäschereiaffäre um die staatliche venezolanische Erdölgesellschaft PDVSA in den USA zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.

Während des Auswahlverfahrens für Sauters Nachfolge habe sich der Verwaltungsrat von Julius Bär darauf konzentriert, "eine hoch angesehene und erfahrene Persönlichkeit mit fundierten Kenntnissen der Schweizer Finanzdienstleistungsbranche" zu finden, hiess es weiter. Eine solche habe man in Romeo Lacher gefunden.

Lacher bringe mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Finanzindustrie mit umfangreichen Führungserfahrung in den Bereichen Operations, Produktmanagement, Retail und Private Banking mit. Er ist seit 2016 Präsident des Verwaltungsrates der SIX Group und war von 2008 bis 2016 deren Vizepräsident. Davor war er 26 Jahre bei der Credit Suisse tätig, wo er für die Private-Banking-Region EMEA/Westeuropa verantwortlich zeichnete und bis 2016 Chief Operating Officer von Credit Suisse International war.

Bär geht davon aus, dass Lacher das Amt bei der SIX weiter ausüben wird. Das Geschäftsmodell der SIX steht im Zusammenhang mit dem Umbruch der gesamten Finanzindustrie unter Druck. Entsprechend kündigte die Gesellschaft im vergangenen November einen Umfassenden Umbau der Gruppe an.

Zwei Frauen nominiert

Neben Lacher hat der Verwaltungsrat auch zwei Frauen als Mitglieder nominiert. Eunice Zehnder-Lai hat gemäss Mitteilung Führungserfahrung in China, der Schweiz und den USA gesammelt. Sie ist Mitglied des Verwaltungsrates von Geberit und DKSH. Bis November 2018 war sie ausserdem CEO eines Beratungsunternehmens.

Olga Zoutendijk verfügt den Angaben zufolge über dreissig Jahre Erfahrung im Banking mit beruflichen Stationen in Asien, Australien, Europa und den Vereinigten Staaten. Zuletzt - von 2014 bis 2018 - war sie Mitglied des Verwaltungsrates der ABN AMRO Group, den sie von 2016 bis 2018 präsidierte. Zehnder-Lai und Zoutendijk folgen auf Gareth Penny und Andreas Amschwand, die aus dem Verwaltungsrat ausscheiden.

"Nach der Wahl durch unsere Aktionäre an der kommenden GV werden diese Kandidaten für eine angemessene Erneuerung des Verwaltungsrates sorgen und, dank der vollen Unterstützung des Gremiums, einen reibungslosen Übergang in der Führung von Julius Bär gewährleisten", sagte in der Mitteilung Daniel Sauter.

Die Generalversammlung findet am 10. April 2019 statt.

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(AWP)