Julius Bär Aktien legen zu - Bruttomarge und Neugeldzufluss gefallen

Die Aktien von Julius Bär gehören am Mittwochmorgen zu den grossen Gewinnern an der Schweizer Börse. Der Vermögensverwalter hat die Gewinnzahlen leicht verbessert und damit die Analystenprognosen ziemlich deutlich übertroffen. Die zweite Jahreshälfte ist von einer überraschend stabilen Bruttomargenentwicklung und einem anhaltend starken Nettoneugeldzufluss geprägt.
01.02.2017 09:56

Die Bär-Aktien gewinnen gegen 9.45 Uhr bei überdurchschnittlichen Volumen 2,6% auf 47,42 CHF, in der Eröffnung waren die Bär-Valoren zunächst bis auf 48,84 CHF angesprungen. Der am SMI gemessene Gesamtmarkt zieht um 0,58% an.

Händlern zufolge wurden die Aktien von Julius Bär in den letzten Tagen für einen enttäuschenden Ergebnisbeitrag der UBS aus dem Wealth Management in Sippenhaft genommen. Dies, nachdem die Schweizer Grossbank in diesem für die Zürcher Bank ebenfalls wichtigen Geschäftszweig im Schlussquartal mit Margendruck und Vermögensabflüssen zu kämpfen hatte. Der vorliegende Zahlenkranz zeigt bei Julius Bär allerdings keine vergleichbaren Anhaltspunkte

Daniele Brupbacher von der UBS zeigt sich von der Entwicklung beim Nettoneugeld im zweiten Halbjahr positiv überrascht. Das Resultat sei nicht nur eine Beschleunigung gegenüber dem ersten Semester, sondern habe auch seine Schätzungen übertroffen. Er hatte etwas stärker negative Auswirkungen bei den Regularisierungen von Vermögen erwartet. Die Bär-Aktie wird weiterhin zum Kauf empfohlen bei einen unveränderten Kursziel von 49,00 CHF.

Eine "starke zweite Jahreshälfte", kommentiert Tomasz Grzelak von Baader Helvea und verweist auf die solide Bruttomarge sowie die höher als erwartet ausgefallenen Kundenvermögen. An seiner Kaufempfehlung und dem Kursziel von 50,00 CHF hält Grzelak fest.

Als "insgesamt recht ordentlich" stuft Michael Kunz von der ZKB den Zahlenkranz ein. Er fragt sich allerdings, ob Julius Bär in den kommenden Jahren an den Erfolg von 2016 anknüpfen kann. Die Aktie stuft er unverändert mit "Marktgewichten" ein.

Auch die Experten der Deutschen Bank finden lobende Worte u.a. zur Entwicklung der Bruttomarge. Allerdings werden hier die höher als erwartet ausgefallen Kosten thematisiert. Das Rating bleibt bei "Hold" und das Kursziel bei 50,00 CHF.

Die Ergebnisse entsprechen den Erwartungen bzw. liegen etwas darüber, wie Andreas Venditti von der Bank Vontobel schreibt. Die hohe Zahl neu eingestellter Kundenberater habe sich im zweiten Halbjahr bereits in der Kostenbasis niedergeschlagen, werde aber erst 2017 voll zum Tragen kommen. Die positive Wirkung der Neueinstellungen auf Nettoneugeld und Umsatz werde sich hoffentlich bald einstellen, so Venditti. Auch er bleibt bei "Hold" und dem Kursziel von 43,00 CHF.

cp/uh

(AWP)