Julius Bär im Halbjahr mit verbesserten Gewinnzahlen - Mehr Kundenberater

Zürich (awp) - Die Julius Bär Gruppe hat im ersten Semester des laufenden Jahres die Gewinnzahlen klar verbessern können und auch die Markterwartungen übertroffen. Der adjustierte Konzerngewinn für die ersten sechs Monate liegt mit 402,0 Mio CHF um 4,7% über dem Wert des Vorjahres ohne die US-Bussenrückstellung, wie die Privatbank am Montag mitteilte. Unter dem Strich resultiert ein deutlich höherer Konzerngewinn nach IFRS von 362 Mio CHF. Im Vorjahr hatte dieser wegen der Rückstellung im US-Steuerstreit lediglich 40 Mio CHF betragen.
25.07.2016 07:30

Zum Semesterende verwaltete die Bank Vermögen in der Höhe von 311 Mrd CHF gegenüber 305 Mrd CHF per Ende April 2015. Die Geschäftsdynamik habe sich seit dem 1. Quartal 2016 verbessert, was zu erhöhten Zuflüssen geführt habe, wird CEO Boris Collardi in der Mitteilung zitiert. Der Netto-Neugeldzufluss im Sechs-Monatszeitraum lag mit 5,5 Mrd CHF allerdings noch unter den 6,5 Mrd, den die Bank im Vorjahreszeitraum erzielt hatte. Mit einem annualisierten Neugeldzufluss von 3,7% liegt das Institut zudem weiter unter dem eigenen Ziel von 4-6%.

Fortschritte mache die Privatbank bei ihrem Ziel der beschleunigten Rekrutierung von erfahrenen Kundenberatern, heisst es weiter. Brutto hätten sich bereits über 200 Kundenberater für Julius Bär entschieden. Netto stellte die Bank im 1. Halbjahr 50 neue Kundenberater an, nachdem es im gesamten Jahr 2015 noch netto 40 gewesen waren. "Die neuerliche Ausrichtung auf organisches Wachstum, ohne mögliche Übernahmen auszuschliessen, zahlt sich mehr und mehr aus", so CEO Collardi in der Mitteilung.

Die Vermögensverwalterin erwirtschaftete im ersten Semester einen Betriebsertrag von 1,42 Mrd CHF, was einem Anstieg um 1,2% entsprach. Die Bruttomarge erreichte 95 Basispunkte und lag damit unter den 99 Basispunkten im Vorjahreszeitraum. Der adjustierte Geschäftsaufwand verringerte sich - ohne Einschluss der US-Rückstellung des Vorjahres - um 1% auf 940 Mio CHF. Die Cost/Income Ratio betrug 64,7%, nachdem sie im Gesamtjahr 2015 noch bei 67,2% gelegen hatte.

Mit den vorgelegten Zahlen hat der Vermögensverwalter die Konsenserwartungen übertroffen. Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt mit einem adjustierten Konzerngewinn von 337 Mio CHF und einem IFRS-Konzerngewinn von 311 Mio CHF gerechnet. Zudem hatten sie den Neugeldzufluss im Schnitt bei 4,2 Mrd CHF erwartet, die Kundenvermögen hatten sie bei 304 Mrd CHF prognostiziert.

Die BIZ Gesamtkapitalquote bleibt mit 17,3% und einer CET1-Kapitalquote von 15,9% weiterhin klar über den regulatorischen Mindestanforderungen.

tp/uh

(AWP)