Julius Bär verwaltet 327 Mrd CHF Vermögen Ende Oktober

(Ergänzt um weitere Informationen)
17.11.2016 08:10

Zürich (awp) - Die Julius Bär Gruppe hat in den vergangenen vier Monaten einen etwas verlangsamten Neugeldzufluss hinnehmen müssen. Die verwalteten Vermögen (AuM) legten per Ende Oktober dennoch deutlich auf einen Rekordwert von 327 Mrd CHF zu, gegenüber 311 Mrd zur Jahresmitte. Neben dem Nettoneugeldzufluss wurde das Wachstum von einer positiven Marktentwicklung sowie von Übernahmen getrieben. Seit Jahresbeginn nahmen die verwalteten Vermögen um 27 Mrd oder um 9% zu.

ERREICHUNG VON NEUGELDZIEL 2017 ERWARTET

Der annualisierte Netto-Neugeldzufluss lag in den ersten zehn Monaten bei knapp 4% und damit am unteren Ende des mittelfristigen Zielbereichs von 4-6%. Mit Ausnahme von Lateinamerika hätten alle Regionen zum Netto-Neugeldwachstum beigetragen, teilte Julius Bär am Donnerstag mit. Das Institut erwartet indes, dass sich dieses im Jahr 2017 verbessern und klar im Zielbereich liegen wird, dies dank der Neueinstellung von Kundenberatern und den aktuellen Aussichten für das Netto-Neugeld, wie es weiter heisst.

Neben dem Netto-Neugeldzufluss steuerten Akquisitionen ihren Anteil zum Wachstum der AuM bei. So die per 1. April 2016 erstmalig konsolidierte Kairos Investment Management mit verwalteten Vermögen von knapp 9 Mrd CHF sowie die per 4. Juli 2016 übernommene Commerzbank International Luxembourg (CISAL) mit verwalteten Vermögen von fast 3 Mrd.

Diese positiven Faktoren seien teilweise beeinträchtigt worden durch negative Währungseinflüsse, hauptsächlich aufgrund der Frankenstärke gegenüber dem Britischen Pfund und dem US-Dollar, so Julius Bär weiter.

Die Kundentransaktionsvolumina dagegen haben trotz leichten Verbesserungen in Asien in den vier Monaten seit Ende Juni deutlich abgenommen. Die Bruttomarge verringerte sich infolgedessen in den ersten zehn Monaten auf knapp über 91 Basispunkte (BP), verglichen mit knapp 95 BP im Halbjahr 2016.

KOSTENSENKUNGEN KOMPENSIEREN MARGENDRUCK

Der Margenrückgang habe durch Fortschritte bei den Kostensenkungsmassnahmen und dank positiven Auswirkungen einer Änderung des Pensionskassenplans in der Schweiz weitgehend kompensiert werden können. In der Folge lag die Cost/Income-Ratio in den ersten zehn Monaten 2016 knapp am oberen Ende des Zielbereichs von 64-68%, den die Gruppe mittelfristig erreichen will.

Ungeachtet des Rückgangs der Bruttomarge seit Ende Juni zeigt sich die Gruppe zuversichtlich, dank ihres Kostenmanagements für das laufende Geschäftsjahr eine Cost/Income Ratio innerhalb des Zielbereichs von 68-69% zu erreichen zu. Voraussetzung dafür sei aber, dass es in den letzten zwei Monaten des laufenden Jahres zu keiner wesentlichen Verschlechterung der Marktbedingungen komme, schreibt Julius Bär.

In den nächsten zwei Jahren solle sich die Cost/Income-Ratio gemäss Mitteilung in den Zielbereich von 64-68% hinein normalisieren, da sich die Investitionen in das Wachstum des laufenden Jahres zum ersten Mal in der angestrebten Verbesserung der Produktivität niederschlagen würden.

NEUE KUNDENBERATER

Die Gruppe habe eine "beträchtliche Anzahl" von hochkarätigen Private-Bankern verpflichten können. Per Ende Oktober stieg die Anzahl der Kundenberater auf 1'376, was einem Nettoanstieg seit Jahresbeginn von 159 entspreche. Davon waren 115 Rekrutierungen, 44 entfielen auf die Übernahmen von Kairos und CISAL. Das Institut erwartet, dass die beschleunigte Rekrutierung von Kundenberatern in diesem Jahr stark zum weiteren mittel- und langfristigen Wachstum von Julius Bär beitragen wird.

Mit den ausgewiesenen verwalteten Vermögen hat Julius Bär die Erwartungen des Marktes übertroffen. Analysten hatten lediglich mit 320 Mrd (AWP-Konsens) gerechnet. Die Bruttomarge und die Cost/Income-Ratio lagen im Rahmen der Prognosen von 90,6 BP respektive 67,5%.

Die Kapitalisierung bleibt weiterhin solid. Ende September 2016 betrugen die BIZ Gesamtkapitalquote 18,2% und die BIZ Kernkapitalquote (CET1) bei 16,2%. Damit wurden die minimal angestrebten Zielwerte der Gruppe von 15%, respektive 11% und auch die regulatorischen Mindestanforderungen von 12,2%, beziehungsweise 6% übertroffen.

sig/ra

(AWP)