Jungfraubahn-CEO: Schwieriger Start in die Sommersaison - Sinkende Besucherzahl

Zürich (awp) - Die Jungfraubahn-Gruppe kann den Besucherrekord für Reisen auf das Jungfraujoch aus dem Vorjahr im laufenden Jahr sehr wahrscheinlich nicht toppen: Der Start in die Sommersaison ist jedenfalls sehr herausfordernd verlaufen. "Die Folgen der Terroranschläge in Paris und Brüssel sind für längere Zeit spürbar, als ich das erwartet habe", sagte CEO Urs Kessler in einem Interview mit der "Finanz und Wirtschaft" (online 2.8.)". Und mit Nizza sei erneut Frankreich, als ein Nervenzentrum des Tourismus in Europa, getroffen worden. Hinzu kämen die Unruhen in der Türkei. Das habe gravierende Auswirkungen für den Fremdenverkehr als Ganzes.
02.08.2016 17:55

Im Vergleich mit den Konkurrenten sei die Besucher-Entwicklung bei den Jungfraubahnen aber "weniger einschneidend", so Kessler weiter. "Im laufenden Jahr wird es keinen neuen Bestwert geben. Im Vergleich zu den Jahren 2012 bis 2014 sind wir aktuell aber gut unterwegs." Schliesslich verzeichnete das Bahnunternehmen im Rekordjahr 2015 bei den Besuchern ein Plus von 16%.

Rückläufig sei etwa der Markt China, wo Visavorschriften das Reisen erschwerten und auch das abgeflachte Wirtschaftswachstum einen Einfluss auf das Reiseverhalten ausübe. Bedeutender seien aber die tragischen Ereignisse in Europa, die Terroranschläge und die Flüchtlingsströme. "Unsere gute Marktstellung in anderen asiatischen Ländern wie Südkorea, Singapur, Taiwan oder auch Indien verringert aber die Abhängigkeit von China."

NEUE GESCHÄFTSFELDER

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, will Kessler für die Gruppe neue Geschäftsfelder erschliessen. Dabei wolle man anders sein als alle anderen. "Bei den Ideen, die wir mit dem Verwaltungsrat diskutieren, spielt die Marke 'Jungfrau Top of Europe' eine zentrale Rolle. Die Bandbreite an möglichen neuen Ertragsquellen ist gross", sagte Kessler ohne dabei konkrete Beispiele zu nennen.

Im operativen Geschäft will die Gruppe vorerst mit der V-Bahn die Kapazität nochmals steigern. "Nach Ablauf der Publikation des Projekts V-Bahn mit den Ästen Grindelwald-Eigergletscher und Grindelwald-Männlichen waren 16 Einsprachen und fünf Beschwerden hängig. In persönlichen Gesprächen konnten in den letzten Wochen einige Einsprachen erledigt und Einigungen gefunden werden", beschreibt Kessler den Stand der Dinge.

In einem nächsten Schritt müsse das Bundesamt für Verkehr (BAV) über die Genehmigung der Pläne und die eingegangenen Einsprachen entscheiden. "Ein Baubeginn ist im Optimalfall nach wie vor im Frühsommer 2017 möglich."

mk/uh

(AWP)