Kapitalregeln: Deutsche Banken warnen vor Nachteilen gegenüber US-Instituten

Die deutschen Banken warnen vor erheblichen Wettbewerbsnachteilen gegenüber ihren US-Konkurrenten durch die geplanten neuen Kapitalvorschriften für Geldhäuser. "Eine Einigung muss die in Europa und den USA stark voneinander abweichende Kreditvergabepraxis berücksichtigen", forderte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, am Samstag in Washington am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Alles andere würde erhebliche Nachteile mit sich bringen, gerade auch für unsere Wirtschaft."
15.10.2017 14:31

Bei der Reform der als "Basel-III"-Regeln bekannten Vorgaben geht es um weltweite Mindeststandards zur Eigenkapitalunterlegung für global tätige Banken. Die Verhandlungen ziehen sich seit Monaten hin. Hauptstreitpunkt zwischen Europäern und den USA war zuletzt, in welchem Umfang Banken Risiken in Bilanzen mit internen Modellen herunterrechnen dürfen. Die USA hatten gefordert, dass der intern ermittelte Kapitalbedarf nicht unter 75 Prozent des Werts nach einem Standard-Modell fallen sollte. Europa dringt auf 70 Prozent.

Die deutschen Banken und Sparkassen halten generell den Weg der Risikoorientierung mit internen Modellen für besser. Sie fordern, keine Untergrenze auf Standardsätze, einen sogenannten Floor, einzuführen. Eher sollten interne Modelle verbessert werden./sl/DP/men

(AWP)