Kion rechnet dank Zukauf mit kräftigem Wachstum - Aktie fällt dennoch

(Ausführliche Fassung) - Der Gabelstaplerhersteller Kion peilt 2017 dank einer Übernahme starkes Wachstum und eine höhere Profitabilität an. Beim Umsatz werde im laufenden Jahr ein Wert zwischen 7,5 und 7,95 Milliarden Euro angestrebt, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Donnerstag in Wiesbaden mit. Der um Sondereffekte und Zinsen bereinigte Gewinn (Ebit) soll auf 740 bis 800 Millionen Euro steigen. Die auf Basis des bereinigten Gewinns ermittelte Marge solle über dem 2016er-Wert von 9,6 Prozent liegen. Mit der Prognose liegt Kion leicht über den bisherigen Erwartungen der Experten.
02.03.2017 10:48

Wichtigste Aufgabe des laufenden Jahres sei die Integration des im vergangenen Jahr übernommenen US-Unternehmens Dematic, mit dem Kion das Geschäft mit Komplettlösungen rund um Logistikfragen vorantreiben will. Das Wiesbadener Unternehmen ist nach Aussage von Vorstandschef Gordon Riske seit dem Abschluss des rund drei Milliarden Euro teuren Zukaufs hier bereits ein "sehr gutes Stück" vorangekommen. 2016 stieg der Umsatz unter anderem wegen der Übernahme um knapp zehn Prozent auf 5,6 Milliarden Euro. Der Überschuss legte um 11,3 Prozent auf 246 Millionen Euro zu.

Die Dividende soll dagegen nur um knapp vier Prozent auf 80 Cent je Aktie erhöht werden. Hier hatten sich Analysten etwas mehr erhofft. An der Börse wurden der Ausblick, die Dividende und die Zahlen in der Summe mit Skepsis aufgenommen - zumindest reichten die Nachrichten nicht, um das Papier auf neue Höhen zu treiben. Nach anfänglichen Gewinnen verloren die Aktien, von denen der chinesische Konzern Weichai Power 43 Prozent hält, zuletzt leicht. Händler verwiesen auf die etwas enttäuschende Dividende sowie auf technische Gründe.

Die Aktie tue sich schwer über die Marke von 58 Euro zu klettern und damit in Richtung Rekordhoch von 58,38 Euro aus dem Oktober 2016 zu steigen. Aktuell liegt der Kurs der Aktie mit rund 56 Euro leicht unter diesem Wert, aber immer noch deutlich über dem Platzierungspreis des Börsengangs von 24 Euro im Sommer 2013. Mit einem Anstieg von 133 Prozent seitdem gehört die Aktie zu den grössten Gewinnern unter den deutschen Standardwerten in diesem Zeitraum - seit einiger Zeit kann sie allerdings nur noch marktkonform zulegen./zb/she/fbr

(AWP)