Kions Geschäfte laufen vor allem in Westeuropa weiter rund

WIESBADEN (awp international) - Der Gabelstapler-Hersteller Kion profitiert weiter von einem guten Geschäft in Westeuropa. Der Umsatz im zweiten Quartal legte um 7 Prozent auf 1,34 Milliarden Euro zu, wie das im MDax notierte Unternehmen am Montag in Wiesbaden mitteilte. Da der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Fünftel auf knapp 141 Millionen Euro stieg, zog die Marge deutlich an. Der Überschuss kletterte um etwas mehr als ein Fünftel auf 64 Millionen Euro.
18.07.2016 08:29

Der Umsatz fiel wie von Analysten erwartet aus, das Betriebsergebnis übertraf dagegen die Erwartungen der Experten. Dies könnte ein Grund für die vorgezogene Bekanntgabe der Quartalszahlen sein, die eigentlich für den 27. Juli geplant war. Händler werteten die stark gestiegene Marge in einer ersten Einschätzung positiv. Zudem sei der Auftragseingang gut ausgefallen. Die Aktie legte vorbörslich um rund 1,5 Prozent zu.

Kion profitierte vom starken Wachstumstrend bei Elektrostaplern und Lagertechnikgeräten, die die sinkenden Bestellzahlen bei Staplern mit Verbrennungsmotor mehr als kompensiert haben.

Im zweiten Quartal habe die Nachfrage nach Gabelstaplern weltweit stagniert erklärte Kion, wobei das Geschäft in Westeuropa im niedrigen zweistelligen Bereich zugelegt habe. Rückläufig sei das Geschäft der Branche im chinesischen Markt gewesen.

Bei Kion selbst wurden im zweiten Quartal 45 600 Fahrzeuge bestellt - das ist ein Plus von fast vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen, das mit Weichai einen chinesischen Ankeraktionär hat, konnte sich vom negativen Trend in China absetzen und verzeichnete auch hier ein Plus bei den Bestellungen. Insgesamt legte der Auftragseingang um 8 Prozent auf 1,43 Milliarden Euro zu.

An seiner Prognose hielt Kion fest. Demnach rechnet das Unternehmen in diesem Jahr nach einem Rekordergebnis 2015 wegen des intensiven Wettbewerbs mit einem etwas langsameren Wachstum. Der Umsatz soll im besten Fall um rund fünf Prozent auf 5,20 bis 5,35 Milliarden Euro steigen, nachdem er 2015 um neun Prozent angezogen hatte. Die operative Marge soll dabei über dem 2015er-Wert von 9,5 Prozent liegen.

Konzernchef Gordon Riske, dessen Vertrag erst vor kurzem um weitere fünf Jahre bis Mitte 2022 verlängert wurde, ist zufrieden mit dem Ergebnis: "Die deutliche Steigerung unserer Marge im zweiten Quartal ist ein klares Signal, dass wir bei der Verbesserung unserer Profitabilität weiter vorankommen." Zudem soll mit dem Mitte Juni angekündigten, rund drei Milliarden Euro teuren Zukauf des US-Konzerns Dematic das Geschäft mit Komplettlösungen rund um Logistikfragen vorangetrieben werden./zb/enl/das

(AWP)