Klebstoffe und Waschmittel treiben Henkel an

Gut laufende Geschäfte mit Klebstoffen und Waschmitteln haben dem Konsumgüterkonzern Henkel im ersten Quartal Schubkraft verliehen. Der Umsatz stieg nicht zuletzt durch den im Vorjahr zugekauften US-Waschmittelhersteller Sun Products um 13,6 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro, wie Henkel am Donnerstag mitteilte. Auch die Währungen spielten dem Persil-Konzern diesmal in die Hände. Aus eigener Kraft konnten die Düsseldorfer stärker als von Analysten erwartet um 4 Prozent zulegen. Die Aktie reagierte vorbörslich kaum.
11.05.2017 08:43

Eine strenge Kontrolle der Kosten half dem bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) um 13,8 Prozent auf 854 Millionen Euro nach oben. Unter dem Strich verdiente Henkel 597 Millionen Euro und damit 13,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Gut lief es für Henkel in allen Regionen, am besten jedoch in den Schwellenländern. Die stärksten Zuwächse erzielte der Konzern diesmal mit Klebstoffen. Eine kräftige Nachfrage aus der Industrie sorgte für Schwung. Wachsen konnte Henkel auch mit seinen Wasch- und Reinigungsmittel (Persil, Pril, Purex) sowie in der Kosmetik (Schwarzkopf, Syoss, Dial), allerdings wird der Wettbewerb schärfer.

"Die Konsumgütermärkte waren durch einen verstärkten Preis- und Promotionsdruck gekennzeichnet", sagte Vorstandschef Hans Van Bylen mit Blick auf das erste Quartal. Der Konzernlenker geht davon aus, dass sich diese Entwicklung weiter fortsetzt. Zudem sollten Rohstoffe, die Henkel für die Herstellung seiner Produkte braucht, tendenziell teurer werden. Angesichts des herausfordernden Umfelds bestätigte der Konzern den Ausblick auf das laufende Jahr.

Der Umsatz soll organisch - also ohne Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte - um 2 bis 4 Prozent zulegen. Die bereinigte operative Marge, die im ersten Quartal auf 16,9 Prozent stieg, soll im Gesamtjahr auf über 17 Prozent klettern. Beim bereinigten Gewinn je Aktie stellt der Konzern ein Plus von 7 bis 9 Prozent in Aussicht. Im ersten Quartal wuchs Henkel bei dieser Kennziffer um 11 Prozent.

Henkel hatte in den vergangenen Jahren immer wieder Geschäfte hinzugekauft. Auch im ersten Quartal wurden zwei Übernahmen angekündigt. So will der Konzern für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar inklusive Schulden die US-Firma Darex Packaging Technologies kaufen, die Hochleistungsabdichtungen und -beschichtungen für Metallverpackungen herstellt. Sein Frisörgeschäft will Henkel mit dem mexikanischen Haarpflegeunternehmen Nattura Laboratorios stärken./she/men/stb

(AWP)