KLM gibt Flüge nach Kairo wegen ägyptischer Währungskrise auf

Kairo (awp/sda/reu) - Die niederländische Airline KLM will wegen der akuten Währungskrise in Ägypten den Flugverkehr nach Kairo im kommenden Jahr einstellen. Der letzte Flug aus der Hauptstadt des nordafrikanischen Landes solle am 7. Januar abheben, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.
14.09.2016 20:31

Die Beschränkung des Devisenverkehrs durch die ägyptische Zentralbank belaste das Finanzergebnis, begründete die Fluggesellschaft den Schritt. KLM-Partner Air France werde dagegen weiterhin Ägypten ansteuern und sechs Flüge pro Woche von Paris aus anbieten.

Ägypten macht derzeit eine akute Wirtschaftskrise zu schaffen und braucht dringend Devisen. Ausländische Währungen kommen wegen des Einbruchs des Tourismussektors nach Anschlägen im vergangenen Jahr aber nur noch unzureichend ins Land - die Dollar-Reserven sinken. Alleine im vergangenen Jahr verlor das ägyptische Pfund gegenüber dem Dollar mehr als zwölf Prozent. Die Zentralbank gab einen Grossteil ihrer Reserven aus, um den Verfall des Pfunds zu stoppen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte sich im August mit Ägypten auf ein Darlehen von umgerechnet rund elf Milliarden Euro geeinigt. Das Programm zielt darauf ab, das Funktionieren der Devisenmärkte zu verbessern, das Haushaltsdefizit und die Verschuldung zu verringern sowie das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

(AWP)