KMU-Kreditmarktsituation laut Seco stabil - Volumen Ende 2016 bei 295 Mrd CHF

Die Finanzierungssituation der KMU in der Schweiz zeigt sich stabil. Dies geht aus einer Umfrage des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) im Auftrag des Seco bei knapp 2'000 KMU hervor. Die Einführung von Negativzinsen sowie die Aufhebung des Euro-Mindestkurses habe nur bei einer Minderheit zu einer Verschlechterung der Finanzierungssituation geführt.
29.06.2017 15:40

Konkret hatte der Markt für KMU-Unternehmenskredite von Banken in der Schweiz per Ende 2016 ein Volumen von 295 Mrd CHF. Zwei Drittel davon gehen auf das Konto von Mikrounternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitenden, teilt das Seco am Donnerstag mit. Nach wie vor finanzieren sich knapp zwei Drittel der KMU über Eigenkapital, die restlichen 38% nutzen auch Fremdkapital. Dabei seien Hypotheken, Kontokorrentkredite, Darlehen und Leasing die wichtigsten Fremdkapitalformen.

Die Bankenfinanzierung bleibe zudem trotz eines sich abzeichnenden "Bedeutungsverlustes der Finanzintermediäre" die zentrale Finanzierungsform. Laut Martin Godel, Leiter Ressort KMU-Politik beim Seco, bewege sich das Volumen alternativer Finanzierungsformen wie Crowdlending oder Factoring im tiefen zweistelligen Millionenbereich. Zwar sei absehbar, dass diese Formen der Kreditfinanzierung an Bedeutung gewinne. "Stand heute sind solche Finanzierungsformen aber weiterhin vernachlässigbar", so Godel gegenüber AWP.

Auch die ausserordentliche Situation mit der Einführung von Negativzinsen und der Aufhebung des Euro-Mindestkurses habe bei einem Grossteil der Schweizer KMU nicht zu einer signifikanten Verschlechterung der Finanzierungssituation oder zu weniger Investitionen geführt. Gerademal 5% der befragten Firmen bezahlten zudem effektiv Negativzinsen. In naher Zukunft sei auch weiterhin nicht mit einer Verschlechterung der Kreditmarktsituation für KMU zu rechnen, so das Seco.

sta/cp

(AWP)