Knorr-Bremse setzt ZF im Übernahmepoker um Haldex unter Zugzwang

(Ausführliche Fassung)
16.09.2016 10:05

MÜNCHEN/STOCKHOLM (awp international) - Der Autozulieferer Knorr-Bremse will im Bieterrennen um den schwedischen Nutzfahrzeugzulieferer Haldex dem Rivalen ZF nicht das Feld überlassen. Die Münchener legen jetzt 125 schwedische Kronen in bar je Aktie des Nutzfahrzeugzulieferers auf den Tisch, wie Knorr-Bremse am Freitag mitteilte. Damit werde Haldex mit 5,53 Milliarden Kronen (580 Mio Euro) bewertet. Zuvor hatte Knorr 110 Kronen geboten - soviel wie zuletzt auch der Friedrichshafener Autozulieferer ZF. Der Verwaltungsrat der Schweden will das neue, "bedeutend höhere" Angebot nun prüfen. Zuletzt hat das Gremium der ZF-Offerte den Vorzug gegeben.

Knorr-Bremse senkte - wie zuvor am Mittwoch auch ZF - die Mindestannahmeschwelle für das eigene Gebot. Dem Unternehmen reicht nun die Mehrheit der Aktien statt wie zuvor 90 Prozent. Am Markt kam die neue Offerte gut an: In Stockholm zog die Haldex-Aktie um rund 6 Prozent auf fast 126 Kronen an - laut Händlern rechnen einige Börsianer damit, dass mit dem aktuellen Gebot noch nicht Schluss ist.

Die beiden deutschen Unternehmen sind insbesondere an der Bremsentechnologie der Schweden interessiert. ZF wirbt bei den Haldex-Aktionären damit, für eine mögliche Übernahme bereits alle kartellrechtlichen Genehmigungen zusammen zu haben. Knorr-Bremse soll laut schwedischer Wirtschaftszeitung Dagens Industri im Erfolgsfall schon einige Interessenten für Haldex-Teile an der Hand haben, falls die Kartellbehörden einen Deal als problematisch ansehen./men/she/stk

(AWP)