KOF-Beschäftigungsindikator steigt im dritten Quartal auf 2,5 Punkte

Am Schweizer Arbeitsmarkt verfestigen sich die Anzeichen für einen Aufschwung. Der KOF-Beschäftigungsindikator, der eine frühe Einschätzung zur Lage ermöglicht, kletterte im dritten Quartal 2017 auf 2,5 von 1,7 Punkten. Dabei wurde der Wert aus dem zweiten Quartal von zuvor 1,4 Punkten nach oben revidiert.
04.08.2017 09:30

Die 2,5 Punkte im dritten Quartal seien der höchste Wert seit drei Jahren, teilt die Konjunkturforschungsstelle KOF am Mittwoch mit. Der positive Indikatorwert deute an, dass sich die Lage am Schweizer Arbeitsmarkt nach eineinhalb schwierigen Jahren verbessere. Die Zahl der offenen Stellen dürfte weiter zunehmen.

Die privatwirtschaftlichen Unternehmen der Schweiz würden insgesamt zuversichtlicher in die Zukunft schauen als auch schon. Sie profitierten dabei von einer robusten Weltwirtschaftsentwicklung, die sich in einer grösseren Bereitschaft der Betriebe niederschlage, auf einen Stellenabbau zu verzichten oder Stellen zu schaffen.

Besonders erfreulich entwickelte sich der KOF-Beschäftigungsindikator in den vergangenen Monaten im Verarbeitenden Gewerbe. Zwar sei der branchenspezifische Indikator weiterhin leicht im negativen Bereich (-2,1 Punkte), weshalb nicht mit einem substanziellen Stellenaufbau in der Industrie zu rechnen sei. Dennoch habe der Industrie-Indikator den höchsten Wert seit Ende 2011 erreicht. Das lasse darauf hoffen, dass der Stellenabbau der vergangenen zwei Jahre zu Ende gehen könnte.

Neben der Industrie verbesserten sich die Beschäftigungserwartungen vor allem im Bank- und Versicherungswesen sowie bei den übrigen Dienstleistungsunternehmen, zu denen Branchen wie die Informations- und Kommunikationstechnologie und die Unternehmensberatung zählen. Weniger erfreulich entwickelten sich hingegen die Beschäftigungserwartungen und -einschätzungen im Detailhandel. Hier verharrt der Branchenindikator weiterhin im negativen Bereich.

Der KOF-Beschäftigungsindikator beruht auf den Antworten von rund 4'500 privatwirtschaftlichen Unternehmen in der Schweiz, die im Rahmen der vierteljährlichen KOF-Konjunkturumfragen im April zu ihrer Beschäftigungssituation und zu ihren Beschäftigungsplanungen befragt wurden. Der leicht positive Wert des Indikators beruht unter anderem darauf, dass die Zahl der Unternehmen, die einen Stellenaufbau ins Auge fassen, zurzeit leicht höher ist als die Zahl der Unternehmen, die einen Stellenabbau planen. In der Vergangenheit erwiesen sich die Umfrageergebnisse laut KOF als verlässlicher Indikator für die Beschäftigungsentwicklung in der Schweizer Privatwirtschaft in den kommenden Monaten.

         aktueller   alter Stand
            Stand


Q3 2017:    +2,5
Q2 2017:    +1,7       +1,4
Q1 2017:    -0,9       -2,1
Q4 2016:    -3,1       -3,1
Q3 2016:    -1,2       -1,1
Q2 2016:    -2,2       -2,7
Q1 2016:    -2,4       -2,9 
Q4 2015:    -5,3              
Q3 2015:    -6,3 
Q2 2015:    -7,2 
Q1 2015:    -3,1 
Q4 2014:    -2,2      
Q3 2014:     0,8  
Q2 2014:     3,1
Q1 2014:     1,3        
Q4 2013:    -0,9       
Q3 2013:    -1,8      
Q2 2013:     0,5       
Q1 2013:    -0,7       
Q4 2012:    -3,9       
Q3 2012:    -0,9       
Q2 2012:     1,3       
Q1 2012:    -3,0   
Q4 2011:    -5,2   

ys/yr

(AWP)