KOF-Beschäftigungsindikator bleibt negativ - Harzige Entwicklung am Arbeitsmarkt

Zürich (awp) - Der Aufschwung am Schweizer Arbeitsmarkt lässt gemäss dem KOF-Beschäftigungsindikator weiterhin auf sich warten. Der Indikator, der eine frühe Einschätzung der Lage auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen soll, verbesserte sich zwar im Juli mit -1,5 Punkten zum Stand vom April 2016 (-2,6 Punkte). Er verblieb aber weiterhin im negativen Bereich, was auf eine "eher harzige" Arbeitsmarkentwicklung schliessen lässt, wie die KOF am Donnerstag mitteilt.
04.08.2016 09:31

Der Wert des Indikators signalisiere, dass der Arbeitsmarkt in der Schweiz im Herbst immer noch nicht deutlich an Schwung gewinnen werde, so die Konjunkturforscher der KOF. Es gebe kaum Branchen, welche in den kommenden Wochen zu einem Stellenaufbau ansetzen würden. Besonders spürbar sei die Zurückhaltung bei jenen Branchen, die am stärksten von der Frankenaufwertung betroffen waren - so das verarbeitende Gewerbe und das Gastgewerbe.

Ebenfalls spürbar sei die Zurückhaltung in binnenorientierten Branchen, die in den letzten Monaten einen Nachfragerückgang verzeichneten, wie etwa der Detailhandel oder das Baugewerbe. Recht deutlich im positiven Bereich liege der Branchenindikator dagegen bei den übrigen Dienstleistern, wozu unter anderem Betriebe des Verkehrs-, des Gesundheits- und des Sozialwesens gezählt werden.

Der KOF Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen Konjunkturumfragen berechnet, wobei laut den Angaben mehr als 4'500 Firmen an der Befragung im Juli teilnahmen. Die Firmen werden unter anderem gefragt, wie sie ihren aktuellen Beschäftigungstand einschätzen und ob sie planen, in den nächsten drei Monaten Stellen auf- oder abzubauen. Der negative Wert des Indikators ergibt sich, weil eine Mehrzahl der Firmen ihren Beschäftigungsbestand eher als zu hoch empfindet und nicht plant, in naher Zukunft Stellen zu schaffen.

         aktueller   alter Stand
            Stand
Q3 2016:    -1,5
Q2 2016:    -2,6       -2,7
Q1 2016:    -2,8       -2,9 
Q4 2015:    -5,9       -5,9       
Q3 2015:    -6,3       -6,3  
Q2 2015:    -7,2       -7,2
Q1 2015:    -3,1       -3,1
Q4 2014:    -2,2      
Q3 2014:     0,8  
Q2 2014:     3,1
Q1 2014:     1,3        
Q4 2013:    -0,9       
Q3 2013:    -1,8      
Q2 2013:     0,5       
Q1 2013:    -0,7       
Q4 2012:    -3,9       
Q3 2012:    -0,9       
Q2 2012:     1,3       
Q1 2012:    -3,0   
Q4 2011:    -5,2   

uh/cf

(AWP)