KOF Beschäftigungsindikator: Der Arbeitsmarkt kommt nicht recht in Schwung

Zürich (awp) - Der Aufschwung am Schweizer Arbeitsmarkt lässt gemäss dem KOF-Beschäftigungsindikator weiterhin auf sich warten. Der Indikator, der eine frühe Einschätzung der Lage auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen soll, hat sich im Oktober auf -3,7 Punkte eingetrübt, nach revidierten -1,2 Zählern im Juli.
03.11.2016 09:30

Die zuletzt aufsteigende Tendenz des Indikators, welche die Hoffnung auf eine Trendwende am Arbeitsmarkt genährt habe, setze sich somit nicht fort, teilt die KOF am Donnerstag mit. Der negative Wert des Indikators verheisse, dass sich die Aussichten für die Stellensuchenden in der Schweiz in naher Zukunft nicht verbessern dürften.

Negative Beschäftigungsaussichten in der Industrie und verschlechterte Aussichten bei den Banken hätten den Aufwärtstrend des Beschäftigungsindikators gestoppt, so die KOF weiter. Und die Umstrukturierungen in der Industrie und bei den Banken dürften sich fortsetzen. Unverändert negativ seien auch die Beschäftigungsaussichten im Detail- und Grosshandel, im Gastgewerbe und bei den Versicherungen.

Die Beschäftigungserwartungen der Baufirmen präsentiere sich hingegen besser als auch schon. Eine verbesserte Baukonjunktur spiegele sich auch in optimistischeren Beschäftigungsaussichten bei Unternehmen im Projektierungssektor wider, deren Auftragsbestände die künftige Situation im Bausektor meist vorwegnähmen.

Die Stütze des Schweizer Arbeitsmarktes blieben die übrigen Dienstleistungsunternehmen. Insbesondere in Branchen wie der Unternehmensberatung, der Informations- und Kommunikationstechnologie, dem Erziehungswesen sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen dürften laut KOF in naher Zukunft weitere Stellen geschaffen werden.

Der KOF Beschäftigungsindikator wird aus den vierteljährlichen Konjunkturumfragen berechnet, wobei laut den Angaben mehr als 4'500 Firmen an der Befragung im Oktober teilnahmen. Die Firmen werden unter anderem gefragt, wie sie ihren aktuellen Beschäftigungstand einschätzen und ob sie planen, in den nächsten drei Monaten Stellen auf- oder abzubauen. Der negative Wert des Indikators ergibt sich, weil eine Mehrzahl der Firmen ihren Beschäftigungsbestand eher als zu hoch empfindet und nicht plant, in naher Zukunft Stellen zu schaffen.

ra/cf

(AWP)