Konkurrenzkampf drückt Hapag-Lloyd wieder in die Verlustzone

HAMBURG (awp international) - Der verschärfte Preiskampf im Container-Geschäft hat die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd im zweiten Quartal wieder tief in die roten Zahlen gedrückt. In den Monaten April bis Juni fuhr das Unternehmen unter dem Strich einen Verlust von 99 Millionen Euro ein, wie es am Mittwoch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Gesellschaft noch 29 Millionen Euro Gewinn erzielt. Seit Jahresbeginn hat Hapag-Lloyd damit einen Nettoverlust von 142 Millionen Euro erlitten. Seine Erwartungen für das Gesamtjahr hatte Konzernchef Rolf Habben Jansen bereits Mitte Juli zusammengestrichen.
10.08.2016 08:55

"Das Halbjahresergebnis ist enttäuschend", räumte der Manager bei der Vorlage der Zwischenbilanz ein. Die erzielten Einsparungen aus dem Zusammenschluss mit der chilenischen Reederei CSAV reichten nicht aus, um den Rückgang der Transportpreise auszugleichen. "Auch wenn die Frachtraten zuletzt in der Hochsaison in verschiedenen Fahrtgebieten wieder angestiegen sind, kommt diese Erholung später als wir es erwartet haben."

Im zweiten Quartal musste Hapag-Lloyd einen Umsatzrückgang um 21 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro hinnehmen. Das lag vor allem an den gesunkenen Transportpreisen. Die Zahl der beförderten Container sank nur um drei Prozent auf knapp 1,9 Millionen Stück. Nachdem das Unternehmen vor Zinsen und Steuern (Ebit) im ersten Quartal noch einen kleinen Gewinn ausgewiesen hatte, stand dort im zweiten Jahresviertel ein Minus von 44,5 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr rechnet Habben Jansen seit Juli mit einem deutlich rückläufigen Ebit, nachdem er zuvor noch eine deutliche Steigerung anvisiert hatte. 2015 hatte Hapag-Lloyd vor Zinsen und Steuern 366 Millionen Euro verdient. Die Hoffnungen des Vorstands liegen nun auf der bereits eingeleiteten Fusion mit der arabischen Reederei UASC./stw/jha/stb

(AWP)