Konzern K+S darf weiter Salzabwasser in den Boden pressen

KASSEL (awp international) - Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S darf beim Kali-Abbau weiterhin Abwasser im Boden versenken, muss aber die Menge reduzieren. Das geht aus einer wasserrechtlichen Genehmigung des Regierungspräsidiums Kassel hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde. Bis Ende 2021 dürfen jährlich bis zu 1,5 Millionen Kubikmeter Kali-Lauge aus dem hessisch-thüringischen Werra-Revier in freie Bodenkammern gedrückt werden. Der Rohstoff-Konzern hatte weit höhere Mengen beantragt, geht nun aber davon aus, das Werk 2017 bei normalen Niederschlagsmengen annähernd voll auslasten zu können.
23.12.2016 12:32

Bei niedrigem Wasserstand des Flusses Werra muss K+S auch auf diesem Entsorgungsweg die Mengen reduzieren. Das hatte bereits in diesem Jahr zu Förderpausen und Kurzarbeit geführt. Das Unternehmen baut derzeit für 180 Millionen Euro eine Wasseraufbereitungsanlage, die ab 2018 die Abwassermengen weiter reduzieren soll. Die Versenkung sei letztmalig verlängert worden, stellte das Regierungspräsidium klar.

K+S hatte mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht, sollte der Abwasserantrag nicht genehmigt werden. Im September hatten angesichts der wiederholten Kurzarbeit mehr als 12 000 Menschen mit einer Menschenkette für den Erhalt der rund 4400 Arbeitsplätze im hessisch-thüringischen Grenzgebiet demonstriert. Betroffen waren die Standorte Hattorf in Hessen und Unterbreizbach in Thüringen./isa/ceb/DP/she

(AWP)