Kreise: Aufsichtsratsitzung zu Deutsche-Bahn-Vorstandsposten abgesagt

(Ausführliche Fassung) - Auch sieben Monate nach einer Neuordnung bleiben zwei Vorstandsposten bei der Deutschen Bahn unbesetzt. Die für diesen Donnerstag geplante Entscheidung im Aufsichtsrat wurde zum zweiten Mal verschoben, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag aus dem Umfeld des Kontrollgremiums erfuhr. Es geht um die Chefposten für die Ressorts Güterverkehr und Logistik sowie Digitalisierung und Technik, die seit März vakant sind. Ende Januar war der damalige Bahnchef Rüdiger Grube zurückgetreten, es folgte ein Umbau des Vorstands.
17.10.2017 16:14

Im Aufsichtsrat sei man uneinig über die Besetzung der beiden Vorstandsposten, hiess es in den Kreisen des Kontrollgremiums zur Begründung. Aufsichtsratschef Utz-Hellmuth Felcht sei es nicht gelungen, eine Paketlösung zu finden, mit der der gesamte Aufsichtsrat einverstanden sei. Erschwert wird die Personalfindung durch den bevorstehenden Wechsel der Bundesregierung, weil noch nicht klar ist, wer den Bund als Eigentümer der Bahn künftig im Aufsichtsrat vertreten wird.

Die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat hatte deutlich gemacht, dass sie den Kandidaten Jürgen Wilder, derzeit Chef der Güterbahn-Tochter DB Cargo, nicht als neuen Güterverkehr-Vorstand mittragen will. Betriebsrat und die Gewerkschaft EVG streiten seit langen um den Sanierungskurs bei DB Cargo. Favoritin für den Chefposten für Digitalisierung ist die Maschinenbau-Professorin Sabina Jeschke aus Aachen.

Nicht umstritten ist nach den Informationen aus Aufsichtsratskreisen der Plan, den Personal-Geschäftsführer von Telekom Deutschland, Martin Seiler, als neuen Bahn-Personalvorstand zu berufen. Der Amtsinhaber Ulrich Weber (67) hatte angekündigt, bis Ende dieses Jahres aufzuhören./brd/DP/stb

(AWP)