Kreise: Bombardier prüft Verkauf von Flugzeugreihen - Airbus interessiert

Der angeschlagene kanadische Flugzeug- und Bahntechnikhersteller Bombardier braucht offenbar erneut Geld. Der Konzern suche nach Investoren für seine Flugzeugsparte und erwäge dabei auch den Verkauf von Geschäftsteilen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Montag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dabei gehe es zum Beispiel um die Q400-Propellermaschine oder die Regionaljet-Serie CRJ. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus gehöre zu den Interessenten für diese beiden Flugzeugreihen.
16.10.2017 07:06

Bombardier und Airbus wollten die Informationen nicht kommentieren, hiess es in dem Bericht. Die Kanadier hatten sich bereits vor einigen Jahren einmal finanzielle Hilfe von Airbus bei der Finanzierung der C-Serie, einer neuen Modellreihe Bombardiers, erhofft. Die Kosten für die Entwicklung der Serie waren aus dem Ruder gelaufen und Bombardier war bereit, die Mehrheit an Airbus abzugeben, blitzte aber bei dem deutsch-französischen Unternehmen ab.

Bombardier holte sich dann staatliche Hilfe, um die Entwicklung der C-Serie weiter zu finanzieren. Bis zur Serienreife braucht das Projekt aber weiter Geld. Die staatlichen Subventionen aus Kanada werden für Bombardier jetzt aber zum Problem, da sich der Konkurrent Boeing über diese beschwert hatte und die US-Regierung deshalb Anti-Dumping-Zölle in Höhe von 300 Prozent auf Flugzeuge dieser Baureihe verhängte.

Auch im Bahnbereich hatte es für den kanadischen Konzern, der seine Probleme unter anderem durch den Abbau von tausenden Stellen in den Griff bekommen will, zuletzt schlechte Nachrichten gegeben. Vor kurzem war der Versuch gescheitert, das Bahngeschäft mit dem von Siemens zusammenzulegen. Der deutsche Konzern hatte sich letztendlich mit dem französischen Konkurrenten Alstom verbündet./zb/men

(AWP)