Krisenbank Monte dei Paschi baut in vier Jahren 5500 Stellen ab

(Meldung ausgebaut) - Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi will bis 2021 jede fünfte Stelle streichen.
05.07.2017 11:42

Mit dem Abbau von 5500 der zuletzt 25'600 Arbeitsplätze und einer neuen Strategie soll das vom italienischen Staat gerettete Institut aus Siena dann auf einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro kommen.

Vorstandschef Marco Morelli stellte am Mittwoch seinen Plan für den Umbau der Nummer vier unter Italiens Banken vor: "Das ist ein konservativer Plan. Wir streben nicht nach unrealistischen Zielen." 600 der 2000 Filialen werden geschlossen. Die älteste Bank der Welt setzt in Zukunft stärker auf Privatkunden und kleine Mittelständler, das Grosskunden-Geschäft soll eingedampft werden. Eine Fusion komme nicht infrage, sagte Morelli. "Es gibt keinen Plan B."

Die EU-Kommission hatte erst am Dienstag grünes Licht für Staatshilfen von bis zu 5,4 Milliarden Euro gegeben. Aktionäre und die Gläubiger nachrangiger Anleihen tragen 4,3 Milliarden Euro bei. Insgesamt wird die Kapitalbasis der Bank damit um 8,1 Milliarden Euro gestärkt.

Gleichzeitig wird Monte dei Paschi 26 Milliarden Euro an faulen Krediten an den staatlichen Banken-Rettungsfonds Atlante los. Die Aktion kostet aber zunächst noch einmal Geld: Denn die Kredite, die für 5,5 Milliarden Euro an Atlante übertragen werden, standen bei Monte dei Paschi mit 9,4 Milliarden in der Bilanz.

Bereits 2016 hatte die Bank aus der Toskana mit einem Verlust von 3,2 Milliarden Euro abgeschlossen. "Was wir in den vergangenen neun Monaten erlebt haben, sucht seinesgleichen. Das war wie auf einer Intensivstation, in die alle fünf Minuten ein neuer Notfall hereinkam", sagte Morelli. Der Stellenabbau werde bis 2021 rund 1,15 Milliarden Euro kosten.

Durch die Kapitalspritze und die Auslagerung fauler Kredite soll Monte dei Paschi Ende 2021 auf eine wettbewerbsfähige harte Kernkapitalquote von 14,7 Prozent kommen. Ende 2016 war sie bis auf 8,2 Prozent geschrumpft, Kunden zogen massenhaft Geld ab. Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) fordern schon von 2018 an einen Kapitalpuffer von elf Prozent.

(AWP)