Krisenbank Monte dei Paschi startet Kapitalerhöhung

SIENA (awp international) - Die schwer angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat ihre dringend notwendige Kapitalerhöhung gestartet. Am Montag startete der Verkauf neuer Aktien, der die Bank mit frischem Geld versorgen und Staatshilfe abwenden soll. Institutionelle Investoren können die Wertpapiere bis Donnerstag ordern, Kleinanleger haben bis Mittwoch Zeit, wie das Geldhaus am Wochenende mitgeteilt hatte. Das Geld wird benötigt, um Verluste bei der Auslagerung fauler Kredite im Umfang von 28 Milliarden Euro ausgleichen zu können.
19.12.2016 11:06

Die älteste Bank der Welt steckt seit Jahren in der Krise. Im Sommer wurde ein Rettungsplan geschnürt, der unter anderem die Aufstockung des Eigenkapitals um 5 Milliarden Euro bis zum Jahresende vorsieht. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen durch die Regierungskrise nach dem Verfassungsreferendum Anfang Dezember hatte MPS die Europäische Zentralbank (EZB) um eine Fristverlängerung gebeten. Diese wurde jedoch ausgeschlagen.

Wie viel Geld Monte dei Paschi über den Verkauf neuer Aktien einnehmen muss, hängt davon ab, wie erfolgreich eine zweite Säule des Rettungsplans ist: Parallel können die Besitzer von Anleihen ihre Schuldpapiere in Aktien umtauschen. Scheitert die Kapitalerhöhung, hält sich die Bank offen, um Staatshilfe zu bitten./das/lkl/DP/stb

(AWP)