Kritik an Schröders Engagement als Aufsichtsrat im Kreml-Konzern

Altbundeskanzler Gerhard Schröder opfert nach Auffassung des CDU-Politikers Michael Grosse-Brömer seine staatspolitische Verantwortung "auf dem Altar eigener finanzieller Interessen". Es sei inakzeptabel, dass Schröder in den Aufsichtsrat eines russischen Energie-Konzerns geht, gegen den die EU mehrfach einstimmig Sanktionen verhängt hatte, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag). "Mit seiner eigennützigen Entscheidung stellt sich Schröder gerade im Hinblick auf die Ukraine-Krise gegen die Sicherheitspolitik aller 28 EU-Länder", fügte Grosse-Brömer hinzu.
29.09.2017 19:32

Schröder war am Freitag in St. Petersburg auf Vorschlag der russischen Regierung erst in den Aufsichtsrat des grössten russischen Ölkonzerns Rosneft gewählt worden und hatte dann dessen Leitung übernommen.

Auch der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir zweifelt an Schröders Loyalitäten: "Ich erwarte von einem Altkanzler, dass er durch sein Verhalten nicht die Politik der aktuellen Bundesregierung und EU konterkariert", sagte Özdemir der "FAZ". "Ein Kuschelkurs gegenüber Putin und seinem engsten Umfeld wird die Gewalt in der Ostukraine sicherlich nicht beenden. Im Gegenteil, Schröder erweckt damit den Eindruck, dass für uns Europäer am Ende wirtschaftliche Interessen mehr zählen könnten als das Völkerrecht."/rh/DP/he

(AWP)