K+S kappt Dividende überraschend deutlich

Der Düngemittel- und Salzproduzent K+S senkt die Dividende nach einem von Produktionsproblemen und schwachen Kalimärkten geprägten Jahr deutlich. Für 2016 sollen pro Aktie 0,30 Euro ausgeschüttet werden, teilte der MDax-Konzern am Donnerstag mit. Ein Jahr zuvor hatten die Aktionäre noch 1,15 Euro je Aktie erhalten. Analysten hatten eine nicht ganz so drastische Kürzung auf 0,37 Euro erwartet.
16.03.2017 07:40

2016 musste K+S die Produktion in Deutschland drosseln und zeitweise Kurzarbeit anordnen, weil die Entsorgungskapazitäten nicht ausreichten. Das Abwasser aus der Kali-Produktion wird in die Werra oder den Boden geleitet. Kurz vor Weihnachten hatte das Regierungspräsidium Kassel dem Unternehmen die Erlaubnis erteilt, befristet bis Ende 2021 weiter Abwasser im Boden zu entsorgen. Umweltschützer sehen die Versenkung kritisch und befürchten negative Folgen für das Trink- und Grundwasser.

2017 WIEDER WACHSEN

Im Geschäftsjahr 2017 will K+S wieder wachsen. Umsatz und operatives Ergebnis (Ebit I) dürften im laufenden Geschäftsjahr "spürbar" über den Vorjahreswerten liegen, so der Konzern. Nicht auszuschliessende Produktionseinschränkungen in längeren Perioden von Niedrigwasser in der Werra könnten aber zu "erheblichen" Abweichungen von dieser Einschätzung führen. Die Produktion im Werk Werra dürfte noch nicht ganz "rund" laufen. Der scheidende K+S-Chef Norbert Steiner bestätigte die Mittelfristziele 2020.

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(AWP)