K+S setzt weiter auf Kali und Salz und gibt ehrgeiziges Gewinnziel aus

(Ausführliche Fassung) - Der Rohstoffkonzern K+S baut weiterhin auf seine Geschäftsfelder Kali und Salz und setzt sich ehrgeizige Wachstumsziele bis 2030. Diese sehen unter anderem ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 3 Milliarden Euro sowie eine Kapitalrendite von mindestens 15 Prozent vor, wie das Unternehmen am Montag in Kassel mitteilte. Gut zwei Drittel des dafür notwendigen Wachstums will K+S mit der Weiterentwicklung des bestehenden Geschäfts sowie der Optimierung von Organisation und Prozessen erreichen.
09.10.2017 09:05

Am Finanzmarkt wurden die Nachrichten zunächst positiv aufgenommen. Im vorbörslichen Handel bei Tradegate lagen die Aktien von K+S am Morgen zuletzt mit 0,24 Prozent im Plus.

Innerhalb seiner neuen Wachstumsstrategie will sich K+S künftig auf die vier Kundensegmente Agrar, Industrie, Konsumenten und Kommunen konzentrieren. Die Geschäftsbereiche Kali- und Magnesiumprodukte und Salz sollen integriert werden, um Synergien zu ermöglichen. Die "Transformationsphase" soll im Jahr 2020 abgeschlossen sein. Damit setzt K+S weiter auf Kali und Salz. Marktbeobachter hatten zuvor spekuliert, dass sich das Unternehmen von seiner Salzsparte trennen könnte. Doch K+S gab ein "klares Bekenntnis" zu beiden Rohstoffen sowie zu den deutschen und internationalen Produktionsstandorten ab.

Die Synergien sollen zum Grossteil in den Bereichen Produktion, Digitalisierung, Verwaltung, Einkauf und Logistik erzielt werden, erklärte das Management. K+S erwartet dabei einen jährlichen positiven Ergebniseffekt von mindestens 150 Millionen Euro ab Ende 2020. Der Vorstand strebt ab dem Jahr 2019 wieder einen positiven freien Mittelzufluss an und will den Verschuldungsgrad des Konzerns bis 2020 halbieren. 2023 soll das Unternehmen zudem wieder ein Investment-Grade-Rating erreichen.

Damit hat sich K+S ehrgeizige Ziele gesetzt. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen wegen Produktionsproblemen, Kali-Preisdruck und einem milden Winter ein Ebitda von lediglich 519 Millionen Euro erreicht - etwa die Hälfte dessen, was das Unternehmen das Jahr zuvor erwirtschaftet hatte. Eine Kapitalrendite von 15 Prozent hatte der Konzern zuletzt 2013 erzielt, im vergangenen Jahr stand sie bei mageren 3,0 Prozent.

Die letzten Mittelfristziele aus dem Jahr 2015, die für das Jahr 2020 ein Konzern-Ebitda von rund 1,6 Milliarden Euro vorsahen, hatte das Management um den neuen Chef Burkhard Lohr erst Mitte August gestrichen, weil das Unternehmen zuvor von höheren Kalipreisen ausgegangen war.

Mit einer neuen Kalimine in Kanada hat sich der Konzern inzwischen ein neues Standbein geschaffen, das eine wichtige Rolle in der neuen Wachstumsstrategie spielen soll. Anfang Mai wurde die Mine eröffnet. Ab Ende 2017 soll dort die angestrebte jährliche Kapazität von zwei Millionen Tonnen erreicht werden. Die Mine ist die grösste Investition des Konzerns.

Um sich von Faktoren wie Witterung und Preisen unabhängiger zu machen, setzt der frühere Finanzchef Lohr, der seit Mitte Mai Vorstandsvorsitzender ist, auch auf den Ausbau anderer Bereiche. Dazu zählen das Spezialitätengeschäft sowie angrenzende Geschäftsfelder wie die Fertigation. Diese bezeichnet das Ausbringen von flüssigen oder wasserlöslichen Düngern durch ein Bewässerungssystem. Regional will K+S nach Afrika und Asien expandieren. Die Wachstumsphase soll dabei ab 2020 beginnen.

K+S ist der grösste Salzhersteller der Welt. Den Grossteil des Gewinns machen die Nordhessen mit mehr als 14 000 Mitarbeitern aber in der Regel mit Kali-Dünger für die Landwirtschaft. Der kanadische Konzern Potash hatte 2015 versucht, K+S zu übernehmen, war aber abgeblitzt./nas/mne/stw

(AWP)