Kudelski weist deutlich tieferes operatives Ergebnis aus und senkt Dividende

(Mit weiteren Angaben ergänzt) -sur-Lausanne (awp) - Das Technologieunternehmen Kudelski befindet sich im Umbau und hat 2017 von Restrukturierungskosten belastet einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet. Unter dem Strich schrieb die Gruppe sogar rote Zahlen. Das bedeutet für die Aktionäre, dass sie mit weniger Dividende Vorlieb nehmen müssen. Derweil soll das Geschäft weiter auf Themen wie Cybersecurity oder Internet of Things (IoT) ausgerichtet werden.
14.02.2018 09:00

Der Reingewinn aus dem fortgeführten Geschäft der Kudelski Gruppe beläuft sich in der Anfang 2017 eingeführten Berichtswährung US-Dollar auf 2,7 Mio USD nach vergleichbaren 88,5 Mio im Vorjahr, wie es in der Mitteilung vom Mittwoch heisst.

Kudelski hat die SmarDTV-Aktivitäten als "nicht-weitergeführtes Geschäft" klassifiziert. Rechnet man die Belastung aus diesem Teil mit ein, dann ergibt sich nach Minderheiten ein Verlust von 11,4 Mio (VJ Gewinn 63,6 Mio). Analysten hatten im Vorfeld der Publikation mit einem Gewinn gerechnet.

DEUTLICHER EBIT-RÜCKGANG

Mit ein Grund für den Verlust ist das von Restrukturierungskosten in Höhe von 22,5 Mio USD belastete operative Geschäft sowie der weitere Rückgang im traditionellen TV-Verschlüsselungsgeschäft. So ging der EBIT im Berichtsjahr auf 25,6 Mio zurück, nachdem 2016 noch 110,5 Mio erzielt worden waren. Vor Berücksichtigung von Kosten für den Umbau und mit Blick auf das fortgeführte Geschäft liegt der EBIT bei 48,1 Mio verglichen mit 113,5 Mio, wie es weiter heisst.

Die Aktionäre müssen sich derweil mit einer gegenüber dem Vorjahr tieferen Dividende zufrieden geben. Geplant ist die Ausschüttung von 0,10 CHF je Inhaberaktie, nachdem zuletzt 0,35 CHF bezahlt wurden. Hier gingen die Analysten von einer zum Vorjahr unveränderten Ausschüttung aus. An der Generalversammlung vom 15. März wird sich ausserdem der frühere Bundesrat Joseph Deiss nicht mehr zur Wahl in den Verwaltungsrat aufstellen.

WACHSTUM MIT CYBERSECURITY UND PUBLIC ACCESS

Die Verkäufe ohne den SmarDTV-Teil konnte Kudelski derweil um 7,1 auf 1'068 Mio USD steigern, was auf die gute Performance der Cybersecurity-Angebote und den Bereich Public Access (Zutrittskontrollsysteme für Parkhäuser und Skilifte) zurückzuführen gewesen sei, so die Mitteilung. Insgesamt lag der Umsatz bei 1'138 Mio USD.

Das Segment iDTV steigerte den Umsatz um 4,2% auf 688 Mio USD. Dabei seien die Verkäufe im Cybersecurity-Geschäft dank der Vollkonsolidierung von M&S Technologies mit Sitz in Dallas sowie der "starken" Entwicklung in Europa mehr als verdoppelt worden. Public Access wuchs zweistellig um 12% auf 361 Mio.

Kudelski richtet den Schwerpunkt in Zukunft verstärkt auf die Themen Cybersecurity, IoT und Internet TV aus, während das traditionelle Geschäft mit Verschlüsselungslösungen im Pay-TV-Markt an Gewicht verliert. Dabei seien im Berichtsjahr 189 Mio USD in die Forschung und Entwicklung der neuen Geschäftsfelder und in den Public Access-Bereich geflossen, so Kudelski.

So hat sich die Tochter Skidata Anfang Jahr massgeblich am chinesischen auf Premium-Parking-Lösungen spezialisierten Unternehmen Cytel beteiligt. Damit schaffe sich Skidata den Zugang zu einem zukunftsträchtigen Markt, heisst es. Und das iDTV-Geschäft sei mit einer Reihe von Partnerschaften gestärkt worden.

Auf der Kostenseite prüft Kudelski die geografische Ausrichtung und hat den Umbau in der Schweiz, Norwegen und den USA abgeschlossen. Weitere Restrukturierungen seien an anderen europäischen Standorten geplant. Im Jahr 2017 erreichte die Gruppe so Einsparungen in Höhe von 23,3 Mio USD, weitere 50 bis 70 Mio werden 2018 angestrebt.

In der Guidance peilt Kudelski für 2018 einen Umsatz auf Vorjahresniveau an, wobei das Cybersecurity-Geschäft weiter zulegen dürfte und auch bei Public Access mit Wachstum zu rechnen sei. Der Gruppen-EBIT soll vor Kosten für die Restrukturierung zwischen 30 und 45 Mio USD zu liegen kommen.

mk/rw

(AWP)