Kühne+Nagel verdient 2016 mehr und erhöht Dividende

(Meldung ausgebaut) - Der Logistikdienstleister Kühne+Nagel hat im vergangenen Jahr den Umsatz knapp gehalten. Die Profitabilität wurde aber deutlich verbessert, wobei einzig das Seefrachtgeschäft geschwächelt hat. Die Aktionäre sollen an der positiven Geschäftsentwicklung mit einer höheren Dividende beteiligt werden. Für das laufende Geschäftsjahr zeigt sich die Konzernleitung zuversichtlich.
01.03.2017 09:25

Der Nettoumsatz schrumpfte wenig überraschend um 1,2% auf 16,53 Mrd CHF, nachdem bereits nach den ersten neun Monaten ein Minus von 1,4% resultiert hatte. Mehr Aussagekraft hat allerdings der um die volatilen Frachtraten bereinigte Rohertrag. Dieser legte um 4,8% auf 6,55 Mrd CHF zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Gewachsen ist Kühne+Nagel dabei über alle vier Geschäftsbereiche. Insgesamt hat die Dynamik aber im vierten Quartal abgenommen, denn für den Zeitraum von Januar bis September wurde ein Plus von 6,3% ausgewiesen.

Der Gewinn auf Stufe EBIT erhöhte sich um 8,0% auf 918 Mio CHF und die entsprechende Marge auf 5,6% von 5,1% im Jahr zuvor. Damit hat die Konzernleitung um CEO Detlef Trefzger ihre Zielvorgabe von mindestens 5% erreicht. Aber auch das ist keine Überraschung, lag die Marge nach neun Monaten doch bereits bei 5,5%. Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg um 6,2% auf 718 Mio CHF. Die Aktionäre sollen eine höhere Dividende von 5,50 CHF je Aktie erhalten nach 5,00 CHF im Vorjahr.

Mit dem Zahlenkranz wurden die Prognosen der Analysten leicht übertroffen. Auch bei der Dividende zeigt sich das Unternehmen grosszügiger als erwartet: Hier hatten Analysten im Durchschnitt mit 5,25 CHF gerechnet.

"Mit unserem Angebot skalierbarer branchenspezifischer Lösungen sowie unserer operativen Effizienz sind wir gut positioniert für weiteres profitables Wachstum, welches wir auch durch gezielte Akquisitionen beschleunigen wollen", wird Konzernchef Trefzger zitiert.

SEEFRACHT SCHWÄCHELT

Wermutstropfen ist das Seefrachtgeschäft. Hier stieg das Transportvolumen zwar um 6,1%, womit man etwa doppelt so stark wie der Gesamtmarkt gewachsen sei, heisst es. Hervorgehoben werden das weiter gewachsene Volumen im Sammelcontainergeschäft und der erfolgreiche Ausbau der Kühlcontainerverkehre.

Die negativen Auswirkungen der andauernden Schifffahrtskrise, die sich 2016 vor allem an historisch niedrigen Frachtraten und Margendruck zeigten, sowie der schwachen Entwicklung der Öl- und Gasindustrie hat sich Kühne+Nagel allerdings nicht gänzlich entziehen können. Der EBIT ging im Vergleich zum Vorjahr um 3,1% zurück. Die sogenannte Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zu Rohertrag ausdrückt und eine wichtige Kennziffer ist, ging auf 31,4% von 33,2% zurück.

In der Luftfracht sei die Entwicklung "sehr erfreulich" gewesen. In einem volatilen Gesamtmarkt, der erst im vierten Quartal Wachstum ausgewiesen habe, stieg die Tonnage um 4,3%. Damit habe man die Position als Nummer 2 der globalen Luftfrachtanbieter ausgebaut.

Massgeblich für den Geschäftserfolg sei die Ausrichtung auf industriespezifische Luftfrachtangebote gewesen; wie etwa KN EngineChain, ein Dienstleistungspaket für Produktions- und Ersatzteillogistik sowie Wartung von Flugzeugtriebwerken. "Massgebliches" Neugeschäft generierten die Logistiklösungen für temperatursensitive Güter, pharmazeutische oder leicht verderbliche Produkte. Der EBIT stieg um 13% und die Konversionsrate auf im Branchenvergleich hohe 30,9% von 29,3%.

LANDVERKEHR UND KONTRAKTLOGISTIK DEUTLICH PROFITABLER

Bei den Landverkehren fällt vor allen der starke EBIT-Anstieg auf (28 Mio CHF vs. 7 Mio in 2015). Im Vorjahr hatte allerdings eine Kartellbusse das Ergebnis verhagelt. Auch im Geschäftsbereich Kontraktlogistik legte der EBIT um deutliche 24% auf 147 Mio CHF zu.

Für das Geschäftsjahr 2017 zeigt sich die Konzernleitung zuversichtlich. "Die Kühne+Nagel-Gruppe befindet sich in einer ausgezeichneten Verfassung und ist im Wettbewerb hervorragend positioniert", so VRP Jörg Wolle. Angesichts der Marktentwicklungen und des intensiven Wettbewerbs seien Geschäftsleitung und Verwaltungsrat weiterhin gefordert.

cp/ra

(AWP)