Kuka-Chef: Rückabwicklung der Übernahme durch Midea nicht möglich

MÜNCHEN (awp international) - Der Roboterhersteller Kuka sieht keine Möglichkeit, den Einstieg des chinesischen Investors Midea bei den Augsburgern rückgängig zu machen. "Es gibt kein Zurück", sagte Vorstandschef Till Reuter der "Süddeutschen Zeitung" (Donnerstag). Das gelte auch, wenn sich eine der Parteien nicht an die getroffenen Vereinbarungen halte. Es sei aber im Interesse von Midea, dies zu tun, sagte Reuter. Der Haushaltsgerätehersteller hat sich mittlerweile mehr als 60 Prozent an Kuka gesichert. Die Annahmefrist für das Angebot sollte an diesem Donnerstag enden. Angesichts der hohe Annahmequote soll es für Unentschlossene eine zweiwöchige Verlängerung geben.
14.07.2016 09:34

Reuter verteidigte den Einstieg von Midea gegen die Kritik, dass es keinen Investor aus Europa gegeben hat. "Die Chinesen haben einen längeren Anlagehorizont als viele andere", sagte der Kuka-Chef und verwies auf die Vereinbarung, die Midea mit den Augsburgern geschlossen hat. "Die Laufzeit von siebeneinhalb Jahren ist aussergewöhnlich lang, so etwas gibt es sonst nicht in Europa oder in den USA. Hier besteht ein grosses Vertrauen in die bestehende Mannschaft." Mit dem Investorenvertrag ist bis 2023 die Unabhängigkeit der Konzernzentrale in Augsburg gesichert. Reuter betonte: "Kuka ist und bleibt deutsch. Wir haben eine deutsche AG mit einem Vorstand, der unabhängig und frei ist."

Der Vorstandschef will dem Unternehmen die Treue halten und seinen Vertrag bis 2020 erfüllen. Kuka ist für Deutschland ein treibendes Unternehmen in Bezug auf Zukunftstechnologien wie die "Industrie 4.0", worunter die komplette Digitalisierung der Produktion verstanden wird. Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren weg von seiner Stellung als reiner Autozulieferer entwickelt und sich immer mehr auch anderen Industriebranchen zugewandt. Künftig wollen die Augsburger zusammen mit Midea auch Roboter für zu Hause bauen. Bis der erste Konsumentenroboter auf den Markt kommt, wird es nach Einschätzung Reuters aber noch drei bis fünf Jahre dauern./nmu/she/fbr

(AWP)