Kuros übernimmt niederländische Xpand - Entwicklungssprung um Jahre

(Meldung durchgehend ergänzt)
19.12.2016 11:09

Schlieren (awp) - Kuros übernimmt die niederländische Xpand Biotechnology und verschafft sich damit einen Entwicklungsschub. Wie das Biotechunternehmen aus Schlieren am Montag mitteilt, ist mit dem niederländischen Unternehmen eine entsprechende Übernahmevereinbarung abgeschlossen worden. An der Börse wird der Schritt zunächst positiv gewertet.

"Durch den Zukauf haben wir mit einem Schlag mehrere Jahre an Corporate Development quasi übersprungen", schwärmt Kuros-Finanzchef Harry Welten im Gespräch mit AWP. Zudem sichere sich Kuros durch den Zukauf mit einem Mal einen festen Platz im Bereich Orthobiologie, also der Knochenheilung.

Beide Kuros-Verwaltungsräte sowie die Aktionäre von Xpand haben der Transaktion bereits zugestimmt, wie es heisst. Seitens Kuros sei die Zustimmung der Aktionäre zur Akquisition nicht erforderlich. Der definitive Vollzug der Übernahme wird innerhalb der nächsten Wochen erwartet.

KUROS ZAHLT MIT EIGENEN AKTIEN

Vorgesehen ist, dass Kuros insgesamt 2,105 Mio Aktien für alle ausstehenden Aktien von Xpand zahlt. Davon erhalten die Verkäufer 1,365 Mio Aktien unmittelbar nach definitivem Vollzug der Transaktion sowie weitere 0,74 Mio Aktien beim Erreichen bestimmter Meilensteine im Zusammenhang mit den Produktzulassungen. Die für die Transaktion erforderlichen Aktien würden aus dem genehmigten Kapital geschaffen, so Kuros.

Nach erfolgtem Vollzug der Transaktion halten die aktuellen Aktionäre von Kuros 79% des ausstehenden Aktienkapitals. Sollten alle Meilensteine erreicht werden, wird ihr Anteil 71% betragen.

Der besondere Punkt an dieser Übernahme: Xpand hat für sein Produkt MagnetOs Granules bereits die CE-Zulassung in der EU. Dabei handelt es sich um ein Granulat, das die Knochenheilung unterstützen soll, erklärt Welten.

Eine CE-Zulassung unterliegt nicht den gleichen Anforderungen wie Anträge bei Gesundheitsbehörden wie der Swissmedic oder der europäischen EMA. Mit einer CE-Zulassung erklärt der Hersteller, dass das Produkt bestimmten Anforderungen genügt. Damit sind die Anforderungen weniger streng als bei einem Zulassungsantrag für ein Medikament.

In den USA hat Xpand bereits im dritten Quartal 2016 eine 510k-Zulassung beantragt. Diese entspricht in etwa der europäischen CE-Zulassung. Sie unterliegen ebenfalls nicht den strengen Anforderungen wie eine Medikamente-Zulassung.

Kuros plant, für sein eigenes Produkt Neuroseal (Kur-023) noch bis Ende dieses Quartals eine CE-Zulassung in der EU zu beantragen. Dabei handelt es sich um ein Wundversiegelungsmittel. Im September hatte Welten das Umsatzpotenzial für vergleichbare Mittel auf circa 150 Mio USD geschätzt. Das Potenzial für Kuros selbst hatte der Finanzchef seinerzeit davon abhängig gemacht, ob Kuros das Mittel später alleine vermarkten oder sich einen Partner ins Boot holen werde.

ÜBERNAHME STÄRKT FINANZIELLE UNABHÄNGIGKEIT

Zum Umsatzpotenzial von MagnetOs Granules, das nun übernommen wird, will sich Welten nicht äussern. "Wichtig für uns ist hier vor allem die Tatsache, dass wir ab dem kommendem Jahr Umsätze generieren werden", hebt Welten hervor. "Damit erschliessen wir uns eine Einnahmequelle, welche unsere finanzielle Unabhängigkeit stärkt."

Mit Blick auf die weitere Pipeline hebt der CFO noch hervor, dass für das Xpand-Produkt MagnetOs Putty im dritten Quartal 2017 der Antrag auf US-Zulassung geplant ist. Im vierten Quartal soll in Europa der CE-Antrag folgen. "Dieses Produkt unterscheidet sich in seiner Konsistenz von dem bereits zugelassenen Granulat - es ist eher vergleichbar mit Knete", erklärt der CFO.

Wie Kuros in der Mitteilung noch ergänzt, beabsichtige man, die operativen Tätigkeiten von Xpand in Bilthoven weiterzuführen und alle 15 Mitarbeitenden zu übernehmen. Damit werde sich die Mitarbeiterzahl von Kuros verdoppeln.

An der Börse fällt die Reaktion im sehr positiv aus: So haben die Aktien ihr Eröffnungsplus von 5,6% bis um 11 Uhr auf 12,3% mehr als verdoppelt, was den Kurs auf 15,95 CHF bringt. Der Gesamtmarkt fällt zeitgleich um 0,09% zurück, wie der SPI zeigt.

hr/rw

(AWP)