LafargeHolcim-Aktien nach CEO-Ernennung deutlich gesucht - Sika belastet

Die Aktien von LafargeHolcim legen nach der Ernennung von Jan Jenisch zum neuen CEO deutlich zu. Analysten zeigen sich davon angetan, wie schnell ein Ersatz für Eric Olsen gefunden wurde. Auch trauen sie dem bisherigen Sika-Konzernchef die Aufgabe zu. Bei Sika wiederum wird der Abgang von Jenisch bedauert.
22.05.2017 09:48

LafargeHolcim legen gegen 9.40 Uhr 5,1% auf 57,15 CHF zu. Sika hingegen verlieren 1,5% auf 6'230 CHF, während der SMI (+0,04%) kaum verändert tendiert.

Für die meisten Analysten kommt die Ernennung bei LafargeHolcim überraschend und schneller als erwartet. Dass sich die unsichere Übergangsphase damit verkürzt, wird begrüsst. "Das Beste, was LafargeHolcim hätte passieren können" heisst es etwa bei Bernstein. Der Leistungsnachweis von Jenisch sei beeindruckend - mit bedeutenden Verbesserungen bei Wachstum und Profitabilität. Er habe Sika schlagkräftig geführt trotz unsicherer Zukunft angesichts einer ausstehenden feindlichen Übernahme durch Saint-Gobain.

Zudem bringe er alle nötigen Voraussetzungen mit bezüglich der Probleme von LafargeHolcim: Er werde Klarheit in die Strategie bringen, die Konsolidierung der Unternehmenskultur vorantreiben und die Integration abschliessen. Auch sei die Glaubwürdigkeit bei Investoren gegeben.

Die Ernennung von Jenisch als neuer CEO komme zwar überraschend, so zudem die ZKB. Sie sei wegen seines erfolgreichen Leistungsausweises jedoch klar positiv zu werten. Als profunder Kenner der globalen Baubranche - Sika erzielt 80% des Umsatzes im Baugeschäft - sei Jenisch "bestens mit den Märkten und Produkten von LafargeHolcim vertraut".

Sika verfüge über eine schlanke zentrale Führung und über eine sehr unternehmerische, dezentrale Führungsstruktur. "Wir gehen davon aus, dass er diese Führungsgrundsätze auch bei LafargeHolcim leben wird", so der zuständige ZKB-Analyst.

Es seien sehr gute Neuigkeiten, dass "so schnell" ein Nachfolger für Olsen, der Mitte Juli zurücktritt, gefunden werden konnte, kommentiert auch Vontobel. Man glaube daran, dass Jenisch LafargeHolcim zu einem profitableren Unternehmen machen werde.

Auch die UBS spricht von einem "Coup" für LafargeHolcim. So sei etwa auch die Benennung eines Externen angemessen - mit Blick auf die kulturelle Integration nach der Fusion der beiden Unternehmen Lafarge und Holcim. Auch angesichts der Syrien-Affäre dürfte dieser Aspekt hilfreich sein.

Es sei zwar grundsätzlich schwierig, Ertragsprofile im Zement-Geschäft rasch zu verändern. Man erwarte zu diesem Zeitpunkt daher auch keine grosse Abweichung von der Gesamtstrategie, die auf Kosten-Einsparungen, Cash-Generierung und Shareholder Return fokussiere. Aber die Gewichtung könnte sich im Laufe der Zeit verändern, so die UBS-Analysten.

Für Sika dürfte der Abgang von Jenisch unterdessen ein Schlag sein, wie es in verschiedenen Kommentaren heisst. Der Abgang komme überraschend und sei zu bedauern, so etwa die ZKB. Er sei nach aussen zusammen mit VR-Präsident Paul Hälg das Gesicht im Übernahmekampf mit Saint-Gobain gewesen. Wiederholt wurde bestätigt, dass während der nun schon lange andauernden und bisher erfolgreichen "Abwehrschlacht" keine Topmanager das Sika-Boot verlassen hätten.

Mit Schuler sei jedoch ein geeigneter Nachfolger als CEO gefunden worden, so verschiedene Stimmen zusammengefasst. Seine langjährige Erfahrung als Sika-Manager bürge für eine Fortsetzung der Erfolgsstory.

ys/rw

(AWP)