LafargeHolcim-Aktien nach CEO-Rücktritt schwächer

Die Aktien von LafargeHolcim notieren nach dem Rücktritt von CEO Eric Olsen nach einem anfänglichen Plus nun klar im Minus. Gestützt wurde der Aktienkurs im frühen Handel zunächst noch von dem allgemein starken Börsenumfeld nach dem Ergebnis der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl. Analysten sehen den Abgang des Managers im Zusammenhang mit der Syrien-Affäre jedoch als einen Rückschlag für den Konzern.
24.04.2017 10:34

LafargeHolcim notieren um 10.25 Uhr 1,0% tiefer auf 57,40 CHF. Der Gesamtmarkt gemessen am SMI kann demgegenüber aktuell um 1,4% zulegen.

Der angekündigte Rücktritt von CEO Olsen komme überraschend und sei ein Rückschlag für LafargeHolcim, schreibt der Analyst der ZKB. Nach einem schwierigen Start nach dem Merger habe das Unternehmen unter seiner Führung in den letzten Quartalen operativ überzeugen können. Er gehe jedoch weiterhin von einer erfolgreichen Umsetzung der angekündigten Ziele aus und bestätigt die Bewertung "Übergewichten".

Auch Bernstein sieht den Schritt als einen weiteren Rückschlag in einer Reihe von schlechten Entscheidungen. Die Mitteilung des Konzerns und die Erklärung für den Rücktritt sei etwas umständlich ausgefallen, aber letzten Endes habe Olsen gehen müssen, so die Einschätzung des Analysten. Ein Management-Vakuum zum jetzigen Zeitpunkt könnte zu einer Verschiebung beim Erreichen der ohnehin ambitiösen Ziele um bis zu 12 Monate führen, heisst es weiter. Zudem rechnet der Analyst damit, dass der heutige Schritt als Katalysator für weitere Veränderungen in der Geschäftsführung wirken kann.

Der Wechsel bedeute eine Zeit der Unsicherheit, heisst es auch bei der UBS. Ein Strategiewechsel wird jedoch nicht erwartet. Die Fokussierung auf Kostensenkungen, Zurückhaltung bei Investitionen und Kapitalrückflüsse an die Aktionäre werde genauso vom Verwaltungsrat und vom Aktionariat getragen wie von der Geschäftsleitung. Der Aktienkurs sei in jüngster Zeit von der Überzeugung getragen worden, dass der Konzern seine Ziele bis 2018 erreichen kann. In dem Masse, wie dies durch einen Managementwechsel in Zweifel gezogen wird, könne dies auch den Kurs belasten.

Dass Olsen den Konzern zu einen Zeitpunkt verlassen muss, in dem LafargeHolcim Tritt fasst und seine Synergieziele erreicht, sei sehr enttäuschend, heisst es bei Vontobel. Die Vorkommnisse würden belegen, wie wichtig es für Unternehmen sei, die eigenen Standards einzuhalten - insbesondere wenn sie sich in politisch schwierigen Ländern engagierten. Die Entscheidung einen Ethik-, Integritäts- und Risikoausschuss ins Leben zu rufen, komme wohl zu spät.

yr/rw

(AWP)