LafargeHolcim-CEO Eric Olsen tritt nach Syrien-Bericht zurück

Die Affäre um das syrische Lafarge Werk im Jahr 2013 fordern einen Wechsel an der Spitze von LafargeHolcim. CEO Eric Olsen tritt nach dem Abschluss des internen Berichts per 15. Juli 2017 zurück. Der Verwaltungsrat habe heute den Rücktritt Olsen angenommen, heisst es in einer Mitteilung des Unternehmens vom Montag.
24.04.2017 07:45

Zwei Jahre nachdem er die Rolle des CEO übernommen und die Fusion von Lafarge und Holcim erfolgreich umgesetzt hat, werde Olsen das Unternehmen verlassen, so das Unternehmen weiter. Der Verwaltungsrat sei nach eingehender Prüfung der Sachlage zwar zum Ergebnis gekommen, dass Olsen weder für Fehlverhalten, welches im Zuge der Überprüfung festgestellt wurde, verantwortlich war, noch habe er den Eindruck gehabt, dass er davon Kenntnis hatte. Olsen wolle mit seinem Schritt aber Ruhe in das Unternehmen bringen.

"Meine Entscheidung wurde getrieben von meiner Überzeugung, dass sie dazu beitragen wird, die Spannungen, die sich in letzter Zeit rund um den Syrien-Fall entwickelt haben, beizulegen", wird der abtretende CEO im Communiqué zitiert. "Obwohl ich in keinerlei Fehlveralten involviert war oder davon Kenntnis hatte, denke ich, dass mein Rücktritt dazu beitragen wird, Ruhe in ein Unternehmen zu bringen, das während Monate diesbezüglich im Zentrum der Aufmerksamkeit stand", so Olsen weiter.

Die Suche nach einem Nachfolger wird laut den Angaben umgehend eingeleitet, und in der Zwischenzeit wird Beat Hess, Präsident des Verwaltungsrats, die Übergangsphase bis zur Ernennung eines neuen CEO beaufsichtigen, ab 15. Juli als Interims-CEO.

BERICHT BESTÄTIGT FEHLVERHALTEN

In dem Bericht habe sich bestätigt, dass einige Massnahmen, die für die Weiterführung eines sicheren Betriebs des Werks in Syrien getroffen wurden, nicht akzeptierbar waren und dass wesentliche Fehleinschätzungen vorlagen, die gegen den geltenden Verhaltenskodex verstiessen, heisst es zu dem Ergebnis der Untersuchung. Zudem habe sich bestätigt, dass bestimmte Mitglieder des Konzernmanagements Kenntnis von Umständen hatten, die darauf hindeuteten, dass eine Verletzung bestehender Geschäftsgrundsätze von Lafarge stattgefunden hat, hält das Unternehmen fest. Dies obwohl diese Massnahmen vom lokalen und regionalen Management veranlasst wurden.

Als Folge der Untersuchung hat das Unternehmen Korrekturmassnahmen angekündigt. Dazu zählen etwa die Anwendung eines strikteren länderspezifischen Risikobewertungsverfahrens, die Einführung eines erweiterten "Restricted Party Screening"-Programms sowie neue Sanktionsrichtlinien und Exportkontrollen.

yr/rw

(AWP)