LafargeHolcim mit höherem Betriebsergebnis trotz Umsatzrückgang

(Meldung ausgebaut) - Der Baustoffkonzern LafargeHolcim hat im vierten Quartal 2016 erneut weniger abgesetzt, jedoch klare Fortschritte bei der Profitabilität erreicht. Dabei wirkten sowohl Kostensenkungen als auch Synergien aus der Fusion. Rückenwind kam zudem von steigenden Preisen. Der Ausblick für das laufende Jahr fällt positiv aus und das Management rechnet mit einer weiter steigenden Marge.
02.03.2017 09:17

Der Umsatz sank auf 6,53 Mrd CHF, das sind 12% weniger als in der Vorjahresperiode, wie LafargeHolcim am Donnerstag mitteilt. Auf vergleichbarer Basis wurde hingegen nur ein Minus von 1,4% ausgewiesen. Hingegen stieg der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA gegenüber den Vorjahreszahlen um rund 16% (vergl. +31%) auf 1,61 Mrd CHF.

Die entsprechende Marge verbesserte sich auf 24,7% von 18,7% im Vorjahreszeitraum. Die schneller als erwartet verlaufende Ausschöpfung von Synergien, Kostenreduzierungen und die verbesserte Preisentwicklung spiegelten sich in höheren Margen wider, heisst es.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 535 Mio CHF übrig, verglichen mit einem Verlust von 2,86 Mrd CHF im Vorjahr. Der Konzern hatte im vierten Quartal 2015 Wertminderungen und andere Kosten von rund 3,0 Mrd CHF verbucht. Mit den Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz unterschritten, beim Betriebsergebnis jedoch klar übertroffen.

VERSCHULDUNG GESENKT - DEVESTITIONSZIEL 5 MRD CHF BIS ENDE JAHR

Bei der Nettoverschuldung hat das Unternehmen mit 14,7 Mrd CHF die Zielmarke einer Senkung auf 13,3 Mrd per Ende Jahr verfehlt. Grund waren Verzögerungen bei Devestitionen in Vietnam und China. Der Konzern geht davon aus, den verbleibenden Teil des Veräusserungsprogramms von insgesamt 5 Mrd CHF bis Ende 2017 abschliessen zu können.

Die erzielten Synergien 2016 lagen mit 638 Mio CHF deutlich über der Zielsetzung, die zuletzt am Investorentag im November auf 550 Mio von ursprünglich 450 Mio angehoben wurde. Die gesamten Einmalkosten beliefen sich 2016 auf 582 Mio CHF.

Der betriebliche Free Cashflow erreichte im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis 1,34 Mrd CHF und konnte damit mehr als verdoppelt werden. Im Gesamtjahr stieg der Cashflow auf CHF 1,66 Milliarden.

KEINE REGION MIT WACHSTUM

Der Umsatz war in allen Regionen im vierten Quartal rückläufig. Besonders ausgeprägt waren die Einbussen in Asien/Pazifik (-16%), Naher Osten/Afrika (-18%) und Lateinamerika (-12%). Europa (-6,5%) und Nordamerika (-8,1%) konnten sich besser halten. Produktionsprobleme in Nigeria und die Turbulenzen um die Bargeldpolitik in Indien hätten zum Umsatzrückgang beigetragen.

Demgegenüber wurde der bereinigte EBITDA ebenfalls in allen Region gesteigert. Hier verbuchte Naher Osten/Afrika (+37%) das grösste Plus, gefolgt von Europa (+11%), Nordamerika (+10%), Lateinamerika (+5,9%) und Asien/Pazifik (+2,7%). Während in Nordamerika insbesondere die steigenden Preise zur Verbesserung beim Betriebsgewinn beigetragen hätten, seien es in Europa die Restrukturierungen gewesen, die positiv auf das Ergebnis wirkten, heisst es.

Preissteigerungen habe man in einer Reihe wichtiger Märkte verbucht, schreibt der Konzern. Insbesondere in Nigeria, Ägypten und Mexiko seien diese deutlich ausgefallen. Konzernweit konnten die Preise im vierten Quartal um 1,1% gegenüber dem Vorquartal angehoben werden, gegenüber dem Vorjahr beträgt das Plus 0,5%.

"Das vergangenen Jahr hat gezeigt, welches Potenzial in LafargeHolcim steckt", sagte CEO Eric Olsen an einer Telefonkonferenz. Er will die Profitabilität durch Kostensenkungen weiter verbessern, die Synergien aus dem Merger umsetzen und bei den Investitionen weiter zurückhaltend bleiben.

EBITDA-WACHSTUM IM ZWEISTELLIGEN PROZENTBEREICH ERWARTET

Für 2017 rechnet das Management in seinen Märkten mit einem Wachstum der Nachfrage von 2 bis 4%. Einen besonderen Beitrag würden mehrere Märkte wie die Vereinigten Staaten, Indien, Nigeria und einige europäische Länder leisten, so die Erwartung. Der bereinigte betriebliche EBITDA soll auf vergleichbarer Basis ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich aufweisen. Der wiederkehrende Gewinn soll um mehr als 20% zulegen.

Bekannt war bereits der Dividendenvorschlag für 2016 mit 2,00 CHF pro Aktie. Zudem sollen 2017 und 2018 eigene Aktien im Volumen von bis zu 1 Mrd CHF zurückgekauft werden.

yr/ra

(AWP)