LafargeHolcim mit höherer Marge trotz Umsatzminus - Weitere Devestitionen

(Zusammenfassung)
05.08.2016 11:36

Zürich (awp) - LafargeHolcim hat im zweiten Quartal 2016 einen geringeren Umsatz erzielt, auf bereinigter Basis aber die EBITDA-Marge gesteigert. Die Guidance für das Gesamtjahr wird trotz gesenkter Markterwartung bestätigt und das Devestitionsprogramm nach dem Erreichen der bisher gesteckten Ziele auf 5 Mrd bis Ende 2017 ausgeweitet. Die Aktien legen deutlich zu, nicht zuletzt, da Kapital an die Aktionäre fliessen soll.

"Unser Fokus auf Preisgestaltung und Synergien hat eine hohe Ertragsdynamik geliefert und sorgt für eine Verbesserung der betrieblichen Marge und einen Anstieg des bereinigten betrieblichen EBITDA", sagte LafargeHolcim-CEO Erick Olsen am Freitag an einer Telefonkonferenz.

Nachdem das Devestitionsziel von 3,5 Mrd CHF bis Ende 2016 bereits jetzt erreicht ist, will Olsen weitere Verkäufe vornehmen und setzt ein neues Ziel von insgesamt 5 Mrd CHF bis Ende 2017. Der Konzern hat jüngst in Indien, Sri Lanka, China und Vietnam Assets veräussert. Mit den dabei erzielten Preisen ist der Unternehmenschef zufrieden. "Wir haben einen kompetitiven Bieterprozess geführt und die erreichten Bewertungen sind angesichts der teilweise schwierigen Marktbedingungen, wie etwa in China, sehr gut", so der CEO.

ZEMENTABSATZ GESUNKEN - ZUSCHLAGSTOFFE UND TRANSPORTBETON MIT KLEINEM PLUS

Der Umsatz sank im Zeitraum April bis Juni gegenüber den pro forma Vorjahreszahlen um 6,7% auf 7,28 Mrd CHF und auf vergleichbarer Basis um 2,1%. Dabei gaben die Verkaufsvolumen beim Zement um 7,8% auf 62,8 Mio Tonnen (vergl. -3,0%) nach. Die Zuschlagstofflieferungen wuchsen hingegen um 1,8% auf 78,6 Mio Tonnen (vergl. +3,0%), während die Transportbetonvolumen um 0,3% auf 14,9 Mio Kubikmeter (vergl. +0,3%) ebenfalls leicht anstiegen.

Der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA stieg um 2,6% (vergl. +6,0%) auf 1,71 Mrd CHF und die entsprechende Marge auf 23,4% von 21,3% im Vorjahreszeitraum. Der freie Geldfluss aus Geschäftstätigkeit im Quartal beträgt 525 Mio CHF verglichen mit 655 Mio im Vorjahr.

Der Konzerngewinn im ersten Halbjahr belief sich auf 452 Mio CHF, nach pro forma 134 Mio im Vorjahreszeitraum.

SYNERGIEEN AUF KURS - AKTIONÄRE SOLLEN PROFITIEREN

Die Fusions-Synergien werden im zweiten Quartal auf 170 (Q1 104) Mio CHF beziffert, und im ersten Halbjahr auf 273 Mio. Das zeige, dass man auf Kurs sei, um das Ziel von CHF 450 Mio für das gesamte Jahr zu übertreffen. Die Einmalkosten betrugen im Semester 176 Mio.

Durch Devestitionen und Cashflow seien die Bonitätskennzahlen deutlich gestärkt worden, sagte Olsen. Der Konzern will auch weiter das Kreditrating verteidigen. "Wir werden durch Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden Kapital an die Aktionäre zurückführen, dabei aber gleichzeitig unser solides Investment-Grade-Rating beibehalten", schreibt das Unternehmen.

MARKTERWARTUNG GESENKT - GUIDANCE BESTÄTIGT

Der Konzern hat seine Nachfrageerwartungen für das Jahr 2016 etwas gesenkt. Neu wird mit einer Steigerung in den Märkten des Konzerns von 1-3% gerechnet, verglichen mit 2-4% zuvor. Als Grund nennt Olsen die Entwicklung in "ausgewählten Ländern" in der ersten Jahreshälfte.

Am Ziel eines Anstiegs des bereinigten EBITDA auf vergleichbarer Basis im "hohen einstelligen Bereich" 2016 hält Olsen fest. Die Preise hätten sich sowohl im ersten als auch zweiten Quartal erholt. Dies und die Fortschritte bei den Synergien würden zuversichtlich stimmen. Auch die Mittelfristziele eines freien Cashflow von mindestens 10 Mrd bis 2018 werden bekräftigt.

UMBAU DER KONZERNLEITUNG NACH PORTFOLIOVERÄNDERUNGEN

Die getätigten Devestitionen haben auch Folgen in der Konzernleitung. Die Regionalleiter Alain Bourguignon (Nordamerika) und Ian Thackwray (Asien/Ozeanien) scheiden aus der Konzernleitung aus und werden durch Martin Kriegner und Oliver Osswalde ersetzt.

Die Analysten werten die Zahlen trotz des niedriger als erwarteten Umsatzes als positive Überraschung. Die Aktien legen bis kurz vor Mittag um rund 5,5% zu.

yr/cf

(AWP)