LafargeHolcim senkt Prognose nach Dynamikabschwächung im dritten Quartal

(Meldung um weitere Details ergänzt) - Der Baustoffkonzern LafargeHolcim ist im dritten Quartal 2017 auf vergleichbarer Basis gewachsen, rechnet jedoch für den Rest des Jahres mit einer schwächeren Dynamik als bisher. Auf dieser Basis wird die Prognose für das Gesamtjahr und 2018 gesenkt. Der neue CEO Jan Jenisch setzt sich die Vereinfachung der Strukturen, Kostendisziplin und Leistungsmanagement als Ziele.
27.10.2017 08:52

"Wir waren für die Entwicklung im zweiten Semester optimistischer und für das vierte Quartal bildet der Vorjahreswert eine starke Vergleichsbasis", sagte Jenisch an einer Telefonkonferenz am Freitag. Wir haben die Erwartungen zum Ausblick für den Konzern auf ein Niveau angepasst, das der aktuellen Geschäftsdynamik entspricht."

LafargeHolcim erzielte von Juli bis September einen Umsatz von 6,94 Mrd CHF. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr nominal einem Minus von 1,3%, auf vergleichbarer Basis (like for like) wurde jedoch ein Plus von 4,1% ausgewiesen.

Der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA stieg gegenüber den Vergleichszahlen um 1,9% (vergl. +5,9%) auf 1,75 Mrd CHF und die entsprechende Marge auf 25,2% von 24,4% im Vorjahreszeitraum. Der Konzerngewinn sank hingegen aufgrund hoher Veräusserungsgewinne im Vorjahr um rund 59% auf 433 Mio CHF. Die Nettofinanzschulden lagen bei 15,5 Mrd CHF per Ende Quartal verglichen mit 14,7 Mrd per Ende 2016.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz erfüllt, beim EBITDA jedoch unterschritten. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 6,20 Mrd CHF, für den bereinigten EBITDA bei 1,79 Mrd.

HÖHERER ZEMENTABSATZ

Die Verkaufsvolumen waren nominal rückläufig, aber auch hier wurde bis auf Transportbeton auf vergleichbarer Basis ein leichter Anstieg verbucht. Der konsolidierte Zement- und Klinkerabsatz sank nominal um 12% auf 155,8 Mio Tonnen (vergl. +1,8%). Die Zuschlagstofflieferungen waren um 1,6% tiefer bei 208,1 Mio Tonnen (vergl. +0,2%) und die Transportbetonvolumen um 10% auf 37,7 Mio Kubikmeter (vergl. -3,8%).

Positive Beiträge zum Betriebsergebnis lieferten Lateinamerika, Nordamerika und Europa. In den Regionen Asien/Ozeanien sowie Naher Osten/Afrika (MEA) hätten schwierige Marktbedingungen geherrscht.

VEREINFACHUNG, KOSTENDISZIPLIN UND LEISTUNGSMANAGEMENT

Der seit Anfang September amtende neue Konzernchef Jan Jenisch zeigt sich von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens beeindruckt, sieht aber weiteres Verbesserungspotenzial. Er will sich auf Vereinfachung, Kostendisziplin und Leistungsmanagement konzentrieren.

Um das Potenzial von LafargeHolcim voll auszuschöpfen soll Komplexität abgebaut und die Betriebsabläufe optimiert werden. Die Länderorganisationen sollen in der Geschäftsführung die Freiheit erhalten, die für ihren Markt richtigen Entscheidungen zu treffen. Das bedeute aber auch höhere Leitungsverantwortung.

PROGNOSE GESENKT

Die Guidance für das Gesamtjahr wird gesenkt. Einige der Absatz- und Preisannahmen, die Basis für die Ertragsziele waren, wurden an die gegenwärtige Entwicklung der Geschäftsdynamik angepasst, heisst es. Für das laufende Jahr wird beim bereinigten EBITDA auf vergleichbarer Basis nun ein Wachstum von 5 bis 7% erwartet. Zuvor wurde ein Plus im zweistelligen Prozentbereich prognostiziert. Der wiederkehrende Gewinn soll wachsen. Zuvor sollte er um mehr als 20% zulegen.

Auch die Ziele für das kommende Jahr 2018 wurden angepasst. Das Wachstum des bereinigten betrieblichen EBITDA auf vergleichbarer Basis soll bei mindestens 5% liegen wird. Zuvor wurde hier ein Zielwert von 7 Mrd CHF genannt, der damit vom Tisch ist.

Die Überprüfung des Geschäfts dauere weiterhin an und LafargeHolcim kündigt ein Strategie-Update und einen Ausblick für März 2018 mit der Veröffentlichung der Jahresergebnisse an. Auch zum Thema Portfoliomanagement werde es ein Update geben.

yr/mk

(AWP)