LafargeHolcim-Tochter Ambuja rechnet erst ab Juni mit Erholung

Zürich (awp) - Die indische LafargeHolcim-Tochter Ambuja leidet unter einem Nachfrageeinbruch nach den Bargeld-Beschränkungen durch die Regierung. Die Nachfrage werde in den ersten beiden Quartalen des Jahres belastet sein, sagte Ambuja-CEO Ajay Kapur gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Bauaktivitäten, insbesondere in ländlichen und halb-städtischen Gebieten, stünden aufgrund der starken Abhängigkeit vom Bar-Geschäft vor Herausforderungen.
05.01.2017 09:53

"Die Industrie wird bald Verbesserungen sehen, nachdem die Regierung Massnahmen getroffen hat, um die Marktbedingungen zu verbessern", so der CEO weiter. Kapur setzt auf eine Erholung durch den Start des staatlichen Wohnungsbauprogramms "Housing for all" zur Jahresmitte. Die Regierung will landesweit 20 Millionen Häuser bis 2022 bauen.

Laut amtlichen Statistiken stieg die Zementproduktion in Indien im November im Jahresvergleich nur um 0,5%, verglichen mit einem Plus im Zeitraum Januar bis Oktober von 7,0%. Die Regierung Modi hatte im November 86% des in Umlauf befindlichen Bargelds für wertlos erklärt, um gegen Schwarzgeld und Steuerhinterziehung vorzugehen.

Laut Kapur basieren rund 60% des Geschäfts auf Bar-Transaktionen. Ambuja habe seine Vertriebspartner und Kunden dazu ermutigt, Geschäftskonten bei Banken einzurichten und Kauf-Terminals für elektronische Zahlungen einzurichten.

LafargeHolcim hält rund 63% an Ambuja und weitere rund 4,5% an deren Tochter ACC. Die beiden Unternehmen verfügen über eine Zementkapazität von rund 67 Mio Tonnen, verglichen mit 343 Mio im Gesamtkonzern.

Die Aktien von LafargeHolcim notieren am Donnerstagmorgen mit 1,6% im Minus auf 52,80 CHF und sind der grösste Verlierer im SMI/SLI.

yr/cp

(AWP)