Landis+Gyr wächst im Halbjahr mit 10% - Mit Geschäftszielen auf Kurs

(Um weitere Aussagen ergänzt) - Die seit Mitte Juli an der Schweizer Börse neu gelistete Landis+Gyr Gruppe ist im ersten Halbjahr 2017/18 (per Ende September) stark gewachsen und steigerte das Betriebsergebnis auf bereinigter Ebene deutlich. Das im Rahmen des IPO gesetzte Wachstumsziel könnte das auf die Produktion integrierter Energiemanagement-Lösungen spezialisierte Unternehmen allenfalls übertreffen.
26.10.2017 09:03

Die Zuger Traditionsfirma legte am Donnerstag erstmals seit dem Börsengang Geschäftszahlen als eigenständiges Unternehmen vor. Der Umsatz nahm in den Monaten April bis September um 9,9% auf 865,6 Mio USD zu, während in Lokalwährungen ein Plus von 9,6% resultierte. Die Grossbank UBS hatte mit einem Umsatz in Höhe von 850 Mio gerechnet. Im Auftragseingang wuchs die Gruppe derweil noch stärker mit 29% auf 821,4 Mio. Währungsbereinigt beläuft sich das Plus hier auf 28%.

Gewachsen sei man in allen drei Geschäftsregionen, heisst es weiter. Dabei kletterte der Umsatz in der Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) am deutlichsten in die Höhe. Unter anderem dank guter Verkäufe in Frankreich, auf der iberischen Halbinsel und in Grossbritannien wuchs Landis+Gyr dort mit 17% auf 320,7 Mio USD.

In Asien-Pazifik gelang es derweil, den Projektumsatz in Hongkong zu steigern und so nahm der Umsatz um 11% (+8,6% in LW) auf 69,7 Mio zu. In Nordamerika führten laufende AMI-Projekte (Advanced Metering Infrastructure) zu einem Plus von 5,7% (+5,4%) auf 475,2 Mio.

KLEINER GEWINN

Das Betriebsergebnis lag auf Stufe EBITDA um einmalige Sonderfaktoren bereinigt bei 108,8 Mio USD, was zum Vorjahr einem Anstieg um 13% entspricht. Hier hatte die UBS mit einem Wert von 106 Mio gerechnet. Bereinigt wird das Ergebnis durch Aufwendungen für die Restrukturierung des Geschäfts in der Region EMEA (8,1 Mio), Gewährleistungsaufwendungen im Sinne von Rückstellungen etwa für Altlasten (32,7 Mio) sowie um Sondereinflüsse hauptsächlich aus dem IPO (24,8 Mio).

Inklusive der Sonderfaktoren weist Landis+Gyr einen EBITDA von 43,1 Mio USD gegenüber 67,1 Mio im Vorjahr aus. Unter dem Strich ergibt sich ein Konzerngewinn von 5,1 Mio nach einem Verlust im Vorjahr von 13,0 Mio. Je Aktie beläuft sich der auf 0,17 USD. Der Free Cashflow erreichte 20,6 Mio USD und lag damit um 42,0 Mio über dem Wert aus der Vorjahresperiode. Die Nettoverschuldung liegt per Ende September bei 107,3 Mio nach zuvor 229,1 Mio.

CEO Richard Mora zeigt sich in der Mitteilung mit der Umsatzentwicklung zufrieden. Die Gruppe müsse aber weiterhin daran arbeiten, aus der Umsatzsteigerung ein noch robusteres Gewinnwachstum zu generieren. "Darüber hinaus haben wir wichtige geschäftliche Meilensteine erreicht", so Mora.

Dazu zählt der CEO die Einführung des Strom- und Gaszählers SMETS2 in Grossbritannien. Zudem sei mit der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) die Vereinbarung für gemeinsame Projekte zum Thema "Internet of Things" verlängert worden und in Indien habe sich Tata Power für die erste Tranche seines Smart-Grid-Rollouts für intelligente Stromzähler von Landis+Gyr entschieden.

POSITIVER AUSBLICK

Im Ausblick hält Landis+Gyr an den im Rahmen des IPO von Mitte Juli zum bereinigten operativen Ergebnis gemachten Aussagen fest. Der bereinigte EBITDA dürfte sich im laufenden Jahr verglichen mit den 212 Mio USD aus dem vergangenen Jahr "flach" entwickeln. Mittelfristig wird eine Steigerung der Marge um 100 bis 150 Basispunkte angestrebt.

Nettoumsatz und Free Cashflow könnten sich dagegen etwas besser als bislang angenommen entwickeln, heisst es. Anlässlich des Börsengangs hatte die Gruppe mit einem Umsatzwachstum von 3% gerechnet und das Erreichen eines freien Cashflows von 60 bis 70 Mio USD als Ziel ausgegeben. Bis 2020 strebt das Unternehmen nach wie vor Wachstumsraten im hohen einstelligen Bereich an und der Cashflow soll jährlich über der Marke von 100 Mio zu liegen kommen.

Den Aktionären verspricht das Unternehmen weiterhin eine Dividendenausschüttung von mindestens dem Gegenwert in Schweizer Franken von 70 Mio USD. Diese soll 2018 mittels der Verteilung von Reserven aus Kapitaleinlagen ausgezahlt werden.

mk/dm

(AWP)