Lanxess macht deutlich mehr Gewinn - Höhere Dividende

(Ausführliche Fassung) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess blickt trotz Unsicherheiten mit Zuversicht auf 2017. Der Start ins Jahr sei "sehr gut" gelaufen, erklärte Konzernchef Matthias Zachert am Mittwoch laut Mitteilung. "Lanxess ist wieder in der Erfolgsspur." Für das laufende Jahr stellte er nach einem Gewinnsprung 2016 ein operatives Ergebnis (Ebitda vor Sonderposten) leicht über dem Wert des Vorjahres in Aussicht. Dabei ist die jüngste Übernahme nicht berücksichtigt. Allein im ersten Quartal dürften operativ 300 bis 320 Millionen Euro hängen bleiben und damit rund ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Im Mai bei der Zahlenvorlage für das erste Quartal dürfte die Prognose wie üblich präzisiert werden.
15.03.2017 14:34

"Wir haben entscheidende Meilensteine beim Umbau von Lanxess hin zu einem noch stabileren und profitableren Konzern gesetzt und sind auf unserem Wachstumskurs ein gutes Stück vorangekommen", sagte Zachert. Er hatte den Konzern neu ausgerichtet und den mit einem Kautschuk-Gemeinschaftsunternehmen geschaffenen finanziellen Spielraum im September für den grössten Zukauf in der Firmengeschichte genutzt. Die Kölner wollen den US-Konkurrenten Chemtura für 2,4 Milliarden Euro schlucken. So soll das Geschäft mit Zusätzen für Schmierstoffe und Flammschutzmittel deutlich ausgebaut werden. Die Übernahme liege voll im Plan. Sie soll weiter Mitte 2017 abgeschlossen sein.

Seine Neuausrichtung untermauerte der Konzern mit einem Gewinnsprung im vergangenen Jahr. Dank einer höheren Auslastung im Zuge einer robusten Nachfrage legte der Gewinn unter dem Strich 2016 um 16,4 Prozent auf 192 Millionen Euro zu. Sonderlasten durch die Neuausrichtung und ein schwaches Kautschukgeschäft steckten die Kölner dabei weg. Wegen niedrigerer Preise im Zuge des Ölpreisverfalls sank der Umsatz allerdings um 2,6 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. In allen Segmenten erhöhte sich das Absatzvolumen.

Insgesamt lief das Geschäft trotz nach wie vor bestehender Kautschuk-Überkapazitäten besser. Das operative Ergebnis (Ebitda vor Sonderposten) erhöhte sich um 12,4 Prozent auf 995 Millionen Euro. Mit den Kennzahlen übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten überwiegend. Die im MDax notierte Aktie legte am Nachmittag um gut ein Prozent zu. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Zahlen berichtet, die eigentlich erst am Donnerstag veröffentlicht werden sollten und damit heftige Kursausschläge ausgelöst.

Seit seinem Amtsantritt im April 2014 hat Zachert Lanxess mit harten Einsparungen saniert. Er reduzierte die Abhängigkeit des Konzerns vom kriselnden Kautschuk-Geschäft, in dem er es in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem grössten Öl- und Energiekonzern der Welt, der saudischen Saudi Aramco, einbrachte. Die starke Abhängigkeit von der Reifen- und Autoindustrie hatte Lanxess als weltgrössten Hersteller von synthetischem Kautschuk davor in Bedrängnis gebracht.

Auch nach der Bildung des Gemeinschaftsunternehmens fliesst das Geschäft noch in die Bilanz der Kölner mit seinen rund 16 700 Mitarbeitern ein. Die Kautschuke werden in der Reifenindustrie, in der Automobilproduktion sowie für zahlreiche weitere Zwecke eingesetzt. Doch Lanxess ist auch ein wichtiger Lieferant für die Pharma- sowie Agrarindustrie und stellt Kunststoffe her./jha/she/stb

(AWP)