Lanxess nach Gewinnsprung zuversichtlich - Höhere Dividende

(neu: mehr Details, Analyst, Aktienkurs und mehr Details) - Der Spezialchemiekonzern Lanxess blickt nach dem erfolgreichen Umbau mit Zuversicht auf 2017. Der Start ins Jahr sei "sehr gut" gelaufen, erklärte Konzernchef Matthias Zachert am Mittwoch laut Mitteilung. "Lanxess ist wieder in der Erfolgsspur." Trotz eines leichten Umsatzrückgangs im Zuge niedrigerer Preise sorgten höhere Absatzmengen, eine bessere Auslastung und Einsparungen unter dem Strich für einen Gewinnsprung. Den Aktionären winkt eine um 10 auf 70 Cent je Aktie erhöhte Dividende.
15.03.2017 15:41

"Wir haben entscheidende Meilensteine beim Umbau von Lanxess hin zu einem noch stabileren und profitableren Konzern gesetzt und sind auf unserem Wachstumskurs ein gutes Stück vorangekommen", sagte Zachert. Er hatte den Konzern neu ausgerichtet und den mit einem Kautschuk-Gemeinschaftsunternehmen geschaffenen finanziellen Spielraum im September für den grössten Zukauf in der Firmengeschichte genutzt.

Die Übernahme liege voll im Plan, hiess es nun. Die Kölner wollen den US-Konkurrenten Chemtura für 2,4 Milliarden Euro schlucken. So soll das Geschäft mit Zusätzen für Schmierstoffe und Flammschutzmittel deutlich ausgebaut werden. Die Übernahme soll weiterhin Mitte 2017 abgeschlossen sein.

Für das laufende Jahr stellte Zachert ein operatives Ergebnis (Ebitda vor Sonderposten) leicht über dem Wert des Vorjahres in Aussicht. 2016 hatte Lanxess den operativen Gewinn um 12,4 Prozent auf 995 Millionen Euro gesteigert. Insgesamt lief das Geschäft trotz nach wie vor bestehender Kautschuk-Überkapazitäten besser. Bei der Prognose für 2017 ist die jüngste Übernahme noch nicht berücksichtigt. Allein im ersten Quartal dürften operativ 300 bis 320 Millionen Euro hängen bleiben und damit rund ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor. Bei der Zahlenvorlage für das erste Quartal im Mai dürfte die Prognose - wie üblich - präzisiert werden.

Seine Neuausrichtung untermauerte der Konzern mit einem Gewinnsprung. Dank einer höheren Auslastung im Zuge einer robusten Nachfrage und Einsparungen legte der Gewinn 2016 unter dem Strich 2016 um 16,4 Prozent auf 192 Millionen Euro zu. Sonderlasten durch die Neuausrichtung und ein schwaches Kautschukgeschäft steckten die Kölner dabei weg. Wegen niedrigerer Preise im Zuge des Ölpreisverfalls sank der Umsatz allerdings um 2,6 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. In allen Segmenten erhöhte sich das Absatzvolumen. Mit den Kennzahlen übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten überwiegend.

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv. Die im MDax notierte Aktie legte am Nachmittag als zweitstärkster Wert um 2,56 Prozent zu. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über die Zahlen berichtet, die eigentlich erst am Donnerstag veröffentlicht werden sollten, und damit heftige Kursausschläge ausgelöst. DZ-Bank-Analyst Peter Spengler verwies insbesondere auf das von Lanxess im ersten Quartal erwartete starke Gewinnwachstum.

Seit seinem Amtsantritt im April 2014 hat Zachert Lanxess mit harten Einsparungen saniert. Er reduzierte die Abhängigkeit des Konzerns vom kriselnden Kautschuk-Geschäft, in dem er es in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem grössten Öl- und Energiekonzern der Welt, der saudischen Saudi Aramco, einbrachte. Die starke Abhängigkeit von der Reifen- und Autoindustrie hatte Lanxess als weltgrössten Hersteller von synthetischem Kautschuk davor in Bedrängnis gebracht.

Auch nach der Bildung des Gemeinschaftsunternehmens fliesst das Geschäft noch in die Bilanz der Kölner mit seinen rund 16 700 Mitarbeitern ein. Die Kautschuke werden in der Reifenindustrie, in der Automobilproduktion sowie für zahlreiche weitere Zwecke eingesetzt. Doch Lanxess ist auch ein wichtiger Lieferant für die Pharma- sowie Agrarindustrie und stellt Kunststoffe her./jha/she/fbr

(AWP)