Lastminute.com erzielt im Halbjahr weniger Umsatz - Pfund-Abwertung belastet

(Meldung mit weiteren Angaben ergänzt) - Beim Online-Reiseanbieter Lastminute.com drückt die Abwertung des britischen Pfunds auf die Geschäfte. Die Gruppe, für die das britische Geschäft ein wichtiger Umsatzträger ist, geht zudem von einer deutlichen Abnahme des operativen Gewinns im Halbjahr aus. Unter dem Strich könnte sogar ein Verlust resultieren.
10.07.2017 19:15

Für die erste Jahreshälfte 2017 rechnet das Tessiner Unternehmen gegenüber der Vorjahresperiode mit 4,5% weniger Umsatz, wie es in einer Mitteilung vom Montagabend heisst. Im Halbjahr 2016 hatte man noch einen Umsatz von 133,2 Mio EUR erreicht.

Dabei stelle das Vorjahressemester das stärkste in der jüngsten Vergangenheit des Konzerns dar und sei noch nicht von der Abwertung des britischen Pfunds gegenüber dem Euro betroffen gewesen, teilte das Unternehmen mit Marken wie Bravofly, Rumbo, Volagratis und Jetcost am Montagabend mit.

Diese Abwertung dürfte den Umsatz um fast 2 Mio EUR drücken. Grossbritannien ist ein Kernmarkt von Lastminute.com. Auf der anderen Seite steuert der im Februar dieses Jahres übernommene italienische Reiseveranstalter Gartour einen Umsatzbeitrag von 2,3 Mio EUR bei.

Grundsätzlich hätten sich die Trends aus dem vergangenen Jahr im ersten Halbjahr 2017 jedoch bestätigt: So verzeichneten beispielsweise das META-Geschäft, also das Geschäft mit Suchmaschinen, sowie das OTA-Segment (Online Travel Agency) zweistellige Wachstumsraten. Demgegenüber leide das Fluggeschäft unter starkem Wettbewerb und grösserem regulatorischen Druck.

HOHE MARKETING-INVESTITIONEN

Beim bereinigten Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) schlug die Abwertung des britischen Pfund dem Unternehmen zufolge mit 0,5 Mio EUR zu Buche. Das EBITDA sei aber vor allem wegen höherer Marketingkosten um 45 bis 47% zurückgefallen. Gartour trug 0,9 Mio EUR zum Betriebsgewinn bei. Im Halbjahr 2016 hatte der EBITDA 17,3 Mio betragen.

Im Marketing investierte Lastminute.com mit 5,0 Mio EUR beinahe das Dreifache wie in der Vorjahresperiode. In Italien, Spanien und Frankreich seien Offline-Markeninitiativen inklusive TV-Spots lanciert worden. Zudem habe man in die Kundenbetreuung investiert. Gestiegen sei auch der Personalaufwand, während die variablen Kosten dank Effizienzsteigerungen um 9% zurückgegangen seien, so die Mitteilung.

Beim Reinergebnis gibt Lastminute.com eine Spanne von einem Verlust von 1,5 Mio bis zu einem Gewinn von 2,0 Mio EUR an, nach einem Gewinn von 4,1 Mio in den ersten sechs Monaten 2016.

Die Nettofinanzposition werde derweil gegenüber den 56 Mio EUR aus dem Vorjahr um beinahe 23 bis 25 Mio EUR zunehmen, was einer Steigerung von 40 bis 45% entspreche, heisst es. Das positive Cash-Ergebnis von rund 80 Mio sei sogar noch höher als die bereits guten 71,3 Mio zur Jahresmitte 2016. Diese Barmittel will das Unternehmen weiterhin für Aktienrückkaufprogramme und potenzielle M&A-Transaktionen nutzen.

Die detaillierten Zahlen zum Halbjahr wird die Gesellschaft am 10. August veröffentlicht. Den Ausblick für 2017 bestätigt das Management: Umsatz und EBITDA sollen das Vorjahresniveau erreichen.

mk/ys

(AWP)